Zeitung Heute : Zarte Zierde

Blühkirschen in Säulenformen sind auch für kleine Gärten geeignet

tassilo Wengel

Während das ursprünglich aus China stammende Mandelbäumchen (Prunus triloba) als Busch oder Hochstamm häufig angepflanzt wird, findet man Zierkirschen seltener. Dabei gibt es von ihnen einige schöne Arten und Sorten, die sich besonders gut für kleine Gärten eignen.

Zu ihnen gehören beispielsweise die dekorativen Japanischen Blütenkirschen (Prunus serrulata). Wer einen kleinen Garten besitzt, sollte sich allerdings auf kleinkronige Sorten oder Säulenformen beschränken. Die Blüten können einfach bis stark gefüllt, weiß, rosa und rot sein und entfalten sich von April bis Mai.

Etwa sechs Meter Höhe und eine flache Krone ist das Merkmal der Sorte ,Fugenzo‘, die schon seit mehr als 1000 Jahren in Japan bekannt ist. Ihre Blüten sind ziemlich groß, halb gefüllt und hängen in lang gestielten Doldentrauben zwischen dem kupferroten Laub herab. Als Pendant dazu empfiehlt sich die Sorte ,Taihaku‘, die mit ihren einfachen, breiten Blüten als die schönste weiß blühende Sorte gilt. Die Blüten erscheinen Ende April in lockeren Büscheln und werden von einem kupferroten Blattaustrieb begleitet.

Unter den Säulenformen ist die Sorte ,Amanogawa‘ zu empfehlen. Sie wächst straff aufrecht und erreicht dabei etwa sechs Meter Höhe. Ende April öffnen sich mit dem Austrieb der Blätter die einfachen bis halb gefüllten, leicht duftenden Blüten in zartem Rosa. Diese Sorte benötigt einen windgeschützten Standort, damit sich die schmale Krone nicht verformt oder auseinanderfällt.

Wesentlich seltener sieht man in den Gärten die Sorten der Higan-Kirschen (Prunus subhirtella). Sie bleiben kleiner als die Japanischen Blütenkirschen und wirken mit ihrem grazilen, aufgelockerten Wuchs auch feiner, wodurch sie besonders für kleine Gärten sehr wertvoll sind. Bei milder Witterung erscheinen die ersten Blüten schon im Winter, die Hauptblüte folgt März bis April. Eine der ältesten Sorten ist ,Autumnalis‘, die in Japan schon mehr als 500 Jahre in Kultur ist und um 1900 nach Europa kam. Der Baum bildet eine lockere Krone aus feinen Zweigen, die leicht geneigt sind und mit einer Fülle von weißen, in der Knospe rosa gefärbten, zwei Zentimeter Durchmesser erreichenden Blüten dicht besetzt ist. Das Gegenstück dazu ist ,Fukubana‘, die als die schönste Sorte der Higan-Kirschen gilt. Die drei Zentimeter breiten, rosa gefärbten, halb gefüllten Blüten haben tief eingeschnittene Blütenblätter und wirken daher recht apart. Die zierlichste Form ist die Sorte ,Hally Jolivette‘, eine besonders wertvolle, kleinkronige Blütenkirsche. Sie entwickelt sich zu einem drei bis vier Meter hohen Baum und entfaltet im April/Mai halb gefüllte weiße, anfangs rosa überhauchte Blüten. Sie öffnen sich über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen langsam und sorgen so für eine lang anhaltende Blütezeit. Damit sich der prachtvolle Flor über viele Jahre fortsetzt, empfiehlt sich, durch Rückschnitt die Bildung kräftiger Neutriebe anzuregen. Das geschieht durch das teilweises Entfernen von Zweigpartien.

Eine schöne Hängeform der Higan-Kirsche ist die Sorte ,Pendula‘. Sie wird auf eine Stammhöhe von zwei bis vier Metern veredelt und breitet ihre Äste waagerecht bis leicht abwärts aus. Die weit herabhängenden Zweige bilden eine schirmartige Krone, die im April dicht mit hellrosafarbenen Blüten besetzt ist. Damit die Schönheit der Pflanze gut zur Geltung kommt, sollte sie im Garten als Blickfang gepflanzt werden.

Seltener findet man Hängeformen der Yoshino-Kirsche (Prunus x yedoensis). Am häufigsten ist die Sorte ,Moerheimii‘ in Kultur, ein auf Hochstamm veredeltes Gehölz, das im April und Mai übervoll mit einfachen, anfangs rosa gefärbten, später weiß werdenden Blüten geschmückt ist.

Von den Kurilen, Sachalin und Hokkaido stammt die Kurilen-Kirsche (Prunus kurilensis), ein schwach wüchsiger Strauch, der am heimatlichen Standort etwa einen Meter Höhe erreicht. Für den Garten verwendet man weniger die Art, sondern die eine oder andere Sorte. Sehr schön ist ,Brillant‘, eine etwa mannshohe Pflanze mit weißen Blüten. Sie ist eine der kleinsten Blütenkirschen und zeigt bereits als junge Pflanze ab Ende März ihre Pracht. Ausgesprochen attraktiv ist auch die Sorte ,Ruby‘, ein kleiner Baum mit lilarosa Blüten.

Die Auswahl des Standortes für Blütenkirschen, deren Stammhöhe unter zwei Metern liegt und die keine große Krone entwickeln, sollte so erfolgen, dass die Pflanze zwar gut sichtbar ist aber nicht unbedingt im Vordergrund steht, denn die Zeit ihrer prächtigen Wirkung ist nur kurz.

Alle Blütenkirschen lieben einen freien, sonnigen Platz und gedeihen auf jedem einigermaßen gepflegten Boden, der nicht zu stark austrocknet und durchlässig ist. Nur schwere und nasskalte Böden sagen ihnen nicht zu. Auf solch ungünstigen Standorten leiden die Pflanzen im zunehmenden Alter und nach Verwundungen unter starker Verharzung, gegen die man nicht viel ausrichten kann. Nach etwa 20 Jahren Standzeit verlangsamt sich das Wachstum und die Gehölze beginnen zu vergreisen. Um dem wnigstens etwas vorzubeugen, empfiehlt sich ein gelegentliches Auslichten zu dichter Kronen und einfühlsamer Rückschnitt nach der Blüte.

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