Zeitung Heute : Zeichen setzen

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2003 hat die Bahn 26000 Anzeigen gegen Randalierer gestellt. Was kostet die Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden?

Graffitis überschreiten Verbote. Meistens jedenfalls. Ungesetzlichkeit und Unrechtmäßigkeit gehören dort, wo es nicht als Kunst und Kunstsprache wahrgenommen wird, zum Graffito wie das Wasser zum Schwimmbad. Daraus ergeben sich als weitere Charakteristika Anonymität und Heimlichkeit. Und weil sie vielfach als Form des Vandalismus angesehen werden müssen, sind sie der Vernichtung geweiht. Der Vernichtung durch Beseitigung. Die Deutsche Bahn zum Beispiel, deren Waggons zu den bevorzugten Objekten vieler Sprayer gehören, kostete die Beseitigung von Schäden durch Graffiti und Vandalismus allein im vergangenen Jahr mehr als 50 Millionen Euro. 2003 stellte sie bundesweit 26000 Strafanzeigen beim Bundesgrenzschutz. Die Delikte können mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Um das Sprayen und den Vandalismus einzudämmen, hat die Bahn Prämien bis zu 500 Euro für Hinweise ausgesetzt.

Graffiti und Vandalismustäter werden von der Bahn auch zivilrechtlich verfolgt. Neben einer strafrechtlichen Verurteilung können die Täter so zu Schadenersatzzahlungen herangezogen werden. Das Geld für Reinigung, Instandsetzung und Rechtsanwaltskosten könne bis zu 30 Jahre lang eingefordert werden, sagte der Leiter der Bundesgrenzschutzinspektion Erfurt, Hartmut Kanther. Bei den Schadenersatzforderungen ginge es häufig um Summen von mehreren 10000 Euro. mis

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