Zeitung Heute : Zeit ist Geld

Das wirkungsvollste Mittel für eine Rente im Alter sind stetig geleistete Beiträge – der Staat sorgt sich aber auch um Menschen, die zeitweise kein Einkommen hatten

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Wer eine hohe Rente haben will, der sollte möglichst viele Jahre arbeiten und Beiträge an die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) abführen. Damit aber nicht nur diese Menschen in den Genuss einer finanziellen Alterssicherung kommen, hat der Gesetzgeber seit jeher auch Lebensabschnitte, in denen niedrige oder keine Beiträge gezahlt wurden, zur Berechnung der Rentenhöhe herangezogen. Beispiele:

Ausbildung: Lernen lohnt sich, auch für die Rente: Das könnte das Motto vergangener Jahrzehnte gewesen sein. Denn lange Zeit wurden 13 Ausbildungsjahre rentensteigernd berücksichtigt. Die Bundesregierung will Zeiten der Schul, Fachhochschul- und Hochschulausbildung ab dem 17. Lebensjahr, also Zeiten in denen keine Beiträge gezahlt werden, wie bisher mit bis zu acht Jahren als Anrechnungszeit berücksichtigten. Diese acht Jahre sind rentenrechtlich wichtig, um zum Beispiel Wartezeiten für die Rente nach 35 Versicherungsjahren überbrücken oder den Anspruch auf Altersrente wegen Schwerbehinderung wahrnehmen zu können. Ändern soll sich aber folgendes: Die bisherige rentenrechtliche Höherbewertung von bis zu 36 Monaten, für die keine Beiträge gezahlt werden, soll nach einer Übergangszeit von vier Jahren entfallen. Diese Höherbewertung macht monatlich bis zu rund 55 Euro aus. Für die berufliche Ausbildung ändert sich nichts, da Lehrlinge Beiträge in die GRV einzahlen.

Kindererziehung: Für Geburten vor 1992 gilt das erste Lebensjahr als Kindererziehungszeit. Für spätere Geburten sind es die ersten drei Lebensjahre. Rentenrechtlich wird diese Zeit so bewertet, als hätte der erziehende Elternteil das Durchschnittsentgelt aller Versicherten erzielt. Wird zusätzlich noch gearbeitet, erhöht sich der Rentenanspruch. Die Beiträge bezahlt der Bund aus Steuermitteln.

Pflege: Seit April 1995 werden für Pflegepersonen Beiträge zur Rentenversicherung entrichtet. Als Pflegeperson wird bezeichnet, wer nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen wenigstens 14 Stunden pro Woche in seiner häuslichen Umgebung pflegt. Für die Zeit der Pflege werden bei der Rentenberechnung fiktive Verdienste zugrunde gelegt. Sie sind gestaffelt nach der Stufe der Pflegebedürftigkeit und nach dem Umfang der Pflegetätigkeit. Die daraus resultierenden Beiträge werden allein von den Trägern der Pflegeversicherung bezahlt.

Weitere Anrechnungszeiten: Spezielle Regelungen gelten für Zeiten von Krankheit, medizinische Heilbehandlung oder Berufsförderung, Schwangerschaft, Schutzfristen bei Mutterschaft und Arbeitslosigkeit. lha

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