Zeitung Heute : Zentrum für Unternehmerinnen Bonner Women´s Business Park

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Von Matilda Jordanova-Duda

Gewerbeparks für Frauen hängen am Tropf staatlicher Zuschüsse. Selbst die Berliner „WeiberWirtschaft“, die am bekanntesten und als Genossenschaft organisiert ist, brauchte großzügige Förderung. Mechthild Upgang ist deshalb stolz, das erste Unternehmerinnenzentrum bundesweit gegründet zu haben, das sich ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert.

Die auf weibliche Kundschaft spezialisierte Finanzdienstleisterin hat eigens dafür den Women`s Prosperity Fund angelegt. Die rund 200 Anteilseigner sind vorwiegend Frauen. Mit ihrem Geld wurde die frühere Bonner Residenz des Militärsbischofs renoviert. Seit einem Jahr residieren dort Firmen, die Frauen gehören und von Frauen geleitet werden. Die Immobilie macht etwa 60 Prozent der von der Schweizer Bank Sarasin verwalteten ethisch-ökologischen Kapitalanlage aus, der Rest sind Aktien und festverzinsliche Wertpapiere.

„Frauen suchen eine Anlageform, die mit ihrem Gewissen vereinbar ist, aber die sie auch sehen und greifen können“, sagt Upgang: Aktien alleine verunsicherten sie. Andererseits gebe es reichlich geschlossene Immobilienfonds, die Bürogebäude finanzierten, jedoch nicht für Unternehmerinnen.

Wiederholt betont sie, dass es sich um eine solide Kapitalanlage und nicht um ein politisches Projekt handelt. Als Mieterinnen werden Firmen zugelassen, die seit mindestens drei Jahren auf dem Markt bestehen. „Wenn die Existenzgründerinnen ihren ersten 30 Quadratmetern entwachsen sind, gibt es für sie wenig Angebote und keine Förderung mehr“, so Upgang. Einige Gründerzentren verpflichteten die Zöglinge zudem, nach fünf Jahren auszuziehen. Zur Zeit führt sie Gespräche, um Business Parks in Berlin und in Fellbach bei Stuttgart zu eröffnen.

Viel Holz, pastellfarbig gestrichene Wände und eine Sandstein-Fassade mit bunten Verzierungen: Die Chefinnen und Mitarbeiterinnen durften sich nach ihrem Geschmack einrichten.

Grunewald ist eine der zehn Mieterinnen. Die selbstständige IT-Projektmanagerin arbeitete jahrelang von zu Hause aus, aber das heimische Arbeitszimmer wurde ihr auf Dauer zu klein und zu einsam. Im Business Park bezieht sie zwei Büros und kann bei Bedarf zusätzlichen Besprechungsraum mieten. Mehrere Seminar- und Konferenzräume samt Cafeteria stehen allen zur Verfügung. Grunewald: „Ich kann sie nutzen, wenn ich sie brauche, ohne jeden Monat dafür zahlen zu müssen", So lasse sich die gegenwärtige Flaute besser meistern.

Silke Noack, Mitinhaberin des therapeutischen Versandhandels „Donna Vita“, ist vor einem Jahr aus logistischen Gründen aus Flensburg „in die Mitte“ umgezogen. Für Noack war der Businesspark ausschlaggebend, den Firmensitz nach Bonn und nicht nach Köln zu verlegen: „Ich gehe hier vor die Tür und treffe auf andere Unternehmerinnen, mit denen ich mich über Finanzierung, Marketingstrategien und einfach darüber, wie man sich durchschlägt, unterhalten kann.“ Außerdem sei es gut, dass die Seminarräume auch für externe Veranstaltungen vermietet werden: So kommt Publikum ins Haus und der Bekanntschaftsgrad wächst.

Dr. Upgang AG, 02 28 / 915 24 - 0, www.upgang.de .

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