Zeitung Heute : Zentrum für Weltraummedizin

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Die Stiftungsprofessur wurde im Sommersemester 2004 eingerichtet. Sie kam in erster Linie zustande, weil sich die Luft und Raumfahrtindustrie, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln/Bonn und das Bundesforschungsministerium Sorgen über den Nachwuchs im Bereich der Weltraummedizin macht. Aufgrund der großen Pensionierungswelle sind fünfzig Prozent der Luft- und Raumfahrtmediziner in Deutschland ausgeschieden. Eine Wiederbesetzung der Stellen ist in den Zeiten knapper werdender Mittel kaum mehr möglich – zumal Deutschland beschlossen hat, keine Astronauten ins Weltall zu schicken, obgleich das Land fast 38 Prozent der gesamten Kosten an die europäische Raumfahrtbehörde ESA zahlt.

„Es kann nicht sein, dass wir so viel Geld in die europäische Raumfahrt fließen lassen und nachher keine Leute mehr haben, die daran arbeiten“, sagt Hanns-Christian Gunga . Bereits im Jahr 2000 hatte das Bundesforschungsministerium deshalb das Zentrum für Weltraummedizin eingerichtet. Als Sprecher dieses Zentrums hat sich Gunga mit seinem emeritierten Vorgänger Karl Kirsch auf die Suche nach Geldgebern für eine Stiftungsprofessur gemacht – und fand sie mit dem Raumfahrtkonzern EADS, dem Berliner Arzneimittelhersteller Schering, Kayser-Threde in München und dem Berliner Mediziner Roman Skoblo, der auch Vorsitzender der jüdischen Ärzte in Deutschland ist. Die Stiftungsprofessur gilt für fünf Jahre und wird danach von der Charité übernommen.is

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