Zeitung Heute : Zerberus wacht

U-Bahn-Station Rathaus Steglitz: Kameras und Polizeipräsenz – was zu tun ist für mehr Sicherheit

Johannes Boie

Nein, sagt Nina Müller aus Charlottenburg, wohl fühle sie sich hier nicht. Die junge Frau war zu Besuch bei einer Freundin und steigt am U-Bahnhof Steglitz in die Linie U 9. „Ziemlich düster“ findet sie den Bahnhof. Besonders unangenehm sei es, dort abends allein zu sein. In der Tat ist kaum etwas zu hören außer dem Rattern der Rolltreppe und vereinzelten Schritten. „Aber wenigstens gibt’s Kameras über den Gleisen“, sagt die 19-Jährige.

Es müsste sich einiges tun, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Zwar lässt die BVG seit dem 1. April auf einigen Linien Videokameras im 24-Stunden-Betrieb laufen – nicht aber in der U 9. Dort werden auf dem Bahnhof die vorhandenen Kameras weiterhin nur aktiviert, sobald der Knopf an der Notfallsäule gedrückt wird. Dafür bemüht sich die Polizei um mehr Sicherheit. „Wir machen regelmäßig Einsätze – sowohl verdeckt als auch uniformiert“, sagt Sprecher Bengsch. „Die Beamten in Uniform sollen Sicherheit verbreiten, die verdeckten Ermittler bekämpfen gezielt Straftaten.“

Im Zwischenstockwerk bewacht eine Skulptur des Bildhauers Waldemar Grzimek den Bahnhof: der Höllenhund Zerberus. Aber es gibt in der Nähe auch einen lebendigen Aufpasser: Ein starker Mann mit „Security“-Jacke schützt neue Natursandsteinplatten vor Graffiti. Noch ist der Umbau nicht fertig, aber „eine Platte ist schon versaut“, ärgert sich der Wachmann.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar