Zeitung Heute : Zöllner plant weitere Schulreformen Ablösung von Direktoren soll leichter werden

Berlin - Nach der Reform der Berliner Schulstruktur will der Bildungssenator demnächst ein Qualitätspaket für die Schulen der Stadt vorstellen. In ihm soll unter anderem eine verbesserte Aus- und Fortbildung von Schulleitern enthalten sein, kündigte Jürgen Zöllner (SPD) im Interview mit dem Tagesspiegel an. Auch für das Problem einzelner überforderter Direktoren werde er „Lösungsvorschläge“ präsentieren, weil die bisherigen „Versetzungskarussells“ nicht ausreichten. Bisher können Schulleiter in Einzelfällen über viele Jahre die Entwicklung ihrer Einrichtung hemmen, weil sie wegen ihres Beamtenstatus nicht beliebig versetzt oder abgelöst werden können.

Nach der Abschaffung der oft als „Restschule“ bezeichneten Hauptschulen durchmischt sich die Schülerschaft an den neuen Sekundarschulen laut Zöllner zunehmend. Nach Auskunft des Senators haben rund zehn Prozent der neuen Schulen überwiegend Hauptschulempfohlene. Diese Quote liege unter seiner Erwartung – zumal einige Einrichtungen „direkt aus Hauptschulen zu Sekundarschulen geworden sind“.

Die von Soziologen ins Gespräch gebrachte Möglichkeit des „Busing“, also des Transports von Schülern aus Brennpunktkiezen in andere Stadtteile, ist für Zöllner keine Option. Als Alternative bevorzuge er „ein Schulsystem, das ein möglichst gutes Angebot für alle hat“. Zudem werde das Problem dadurch entschärft, dass neuerdings ein Teil der Plätze an Schulen per Losverfahren vergeben wird. Details der geplanten Reformen will Zöllner spätestens Anfang November bekanntgeben. sve/obs

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