Zeitung Heute : Zu- und abgeraten: Gotteshandel - Ein feines Renaissance-Lexikon

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Manches war wenig anders als in den neoliberalen Zeiten von heute: Erfolgreicher Handel galt den Kaufleuten der Renaissance als "Gottesdienst", so schrieb es der Kaufmann di Pagolo Morelli in seinen ricordi, den Erinnerungen. Im Unterschied zur Gegenwart jedoch verstanden die Handelsherren den Gottesdienst wörtlich und noch nicht als Götzendienst am Fetisch Ware. Im Hauptbuch richteten sie Gott ein Konto ein - im Dienste der Armen.

Ein Überblick über die packende Epoche der Renaissance, jene Zeit, in der die Zeitgenossen ihren Deutungshorizont der Zeitgenossen am Modell der Antike orientierten, während sie immer "moderner" wurden, liegt nun in einem lexikalischen Band vor, der die Dimension eines Lexikons sprengt. Von Astrologie, Botticelli, Cervantes und Dante spannt sich der Bogen zu Reformation, Savonarola, Völkerrecht und Zentralperspektive. Überall lassen uns die gelehrten und gut schreibenden Autoren begreifen: In der Renaissance ist angelegt, woraus unsere Gegenwart entstanden ist - Individuum, Kommerz, früher Rationalismus.

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