Zeitung Heute : Zu wenig Wettbewerb auf der Schiene

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Brüssel (msb). Spanien, Griechenland und Irland sowie Estland und Litauen schotten ihre Märkte im Schienenverkehr praktisch immer noch ab, obwohl EURichtlinien die schrittweise Einführung des Wettbewerbs auf der Schiene vorschreiben. Zu diesem Ergebnis kommt der Liberalisierungsindex Bahn 2004, der in Brüssel präsentiert wurde. Am weitesten geöffnet haben ihre Eisenbahnmärkte dagegen Portugal, Großbritannien, Italien, Dänemark, Schweden, Schweiz, Niederlande und Deutschland. Insgesamt ist der Bahnsektor jedoch weitaus weniger liberalisiert als etwa der Telekommunikations- oder der Energiebereich. Hindernisse bilden heute weniger die formelle Umsetzung der EU-Richtlinien als die teuren und schwierigen Zulassungsprozesse für Fahrzeuge. Nur in Deutschland, Großbritannien, Österreich und Portugal sind die Regulierungsstellen in der Lage, den aufkommenden Wettbewerb sachgerecht zu regulieren. In Deutschland wurden 2003 etwa zwei Prozent der geleisteten Zugkilometer im Personennahverkehr neu vergeben.

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