ZUR BERLINALE„Vorspannkino“ : Der Film vor dem Film

Christina Tilmann
254905_0_ccf5e19d.jpeg

Bei der Hitchcock-Ausstellung im Berliner Filmmuseum sind sie derzeit zu bewundern, die legendären Filmvorspanne zu „Die Vögel“, „Vertigo“ oder „North by Northwest“. Die Station ist eine Außenstelle der Ausstellung, die die Kunst-Werke Institute for Contemporary Art pünktlich zur Berlinale ausrichten: Es geht um Kinovor- und abspanne, um den Film vor oder nach dem Film, der sich rund um Titel und beteiligte Künstler entfaltet und in wenigen Minuten ein künstlerisch-grafisch gestaltetes Kurzprogramm bietet. Legendäre Vorspann-Künstler wie Saul Bass, Wayne Fitzgerald und Maurice Binder haben Lösungen gefunden, die noch heute auf den ersten Blick den ganzen Film wachrufen. Und Nostalgiker wie Quentin Tarantino oder Kyle Cooper haben in den Neunzigern an diese große Tradition angeknüpft.

Mit über vierzig Vor- und Abspannen untersucht nun die Kunst-Institution in der Auguststraße den künstlerischen Gehalt dieser Vorfilme, angefangen von der Scherenschnitt-Künstlerin Lotte Reiniger, die in den Zwanzigerjahren mit „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ ihr Meisterwerk schuf, über Orson Welles und Jean Cocteau bis zu den Highlights der Sechziger und Siebziger. Legendär schließlich sind die James-Bond-Vorspanne, die sich – samt Titelsong – zum eigenen, immer variierten Markenzeichen entwickelt haben. Da ist der Weg zum Musikvideo dann nicht mehr weit. Das Ausstellungsplakat wirbt mit der nackten Barbarella. Und auch von Berlinale-Jurymitglied Christoph Schlingensief ist übrigens ein Filmvorspann zu sehen: „Tunguska – Die Kisten sind da“. Christina Tilmann

Kunst-Werke, So 8.2. bis So 19.4., Di-Fr/Sa/So 12-19 Uhr, Do 12-21 Uhr, 6 €, erm. 4 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben