Zeitung Heute : Zurück ins Leben

Nach einem schweren Autounfall hat es Andreas Airich geschafft, sich eine neue Existenz aufzubauen

Ein Autounfall auf dem Weg zur Arbeit verändert im November 2002 für den 21-jährigen Autolackierer Andreas Airich alles. Mit dem Helikopter wurde er in eine Spezialklinik nach Bayreuth geflogen, dort stellte sich heraus: Er hatte mehrere Wirbel gebrochen. Und obwohl in einer mehrstündigen Operation die Wirbel gerichtet und die Halswirbelsäule stabilisiert werden konnten, blieb Andreas Airich unterhalb des fünften Halswirbels vollständig gelähmt. Er ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen.

Mehrere Monate blieb Andreas Airich in der Klinik, wurde mit dem Rollstuhl vertraut gemacht und trainierte. Langsam führte man den vormaligen Eishockey-Spieler an körperliche Aktivitäten heran. Er lernte wieder, selbst Nahrung zu sich zu nehmen, zu telefonieren und am Computer zu arbeiten. Die Kosten für die nötigen Hilfsmittel, wie etwa einen Rollstuhl mit kraftverstärkendem Elektroantrieb, übernahm die Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd. Als Andreas Airich im August 2003 schließlich aus der Spezialklinik entlassen wurde, half die Berufsgenossenschaft ihm ebenfalls bei der Planung und Finanzierung eines rollstuhlgerechten Hauses, nachdem alle Bemühungen um eine rollstuhlgerechte Mietwohnung erfolglos geblieben waren. Und sie überzeugte Airich davon, an einer beruflichen Umschulung zum Bürokaufmann teilzunehmen, die er im Oktober 2004 begann.

Heute ist Andreas Airich sehr zufrieden, dass ihm die Umschulung möglich war: „Die Berufsgenossenschaft hat mich von Anfang an unterstützt. Sie war in dieser Situation das Beste, was es gibt“, sagt er. Denn noch während der Umschulung begann er, sich mit dem Verkauf von Kfz-Ersatzteilen selbstständig zu machen.

Geholfen hat ihm dabei seine Familie. „Die Unterstützung meiner Frau und meiner Familie hat mir die Motivation gegeben“, sagt Airich heute. Ein Zuschuss der Berufsgenossenschaft für seine neuen Büroräume hat ermöglicht, dass Airich seiner Tätigkeit heute sogar hauptberuflich nachgehen kann.

Ein neuer Beruf, eine sichere Existenz, dank eines umgebauten Vans wieder eine eigene Mobilität sowie Frau, Kind und Familie, die ihn unterstützen – so hat Andreas Airich es geschafft: Er fand nach einem schweren Autounfall zurück ins Leben.PZ

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