Zeitung Heute : Zwang zur Gesundheit

Besserverdienende sollen in den gesetzlichen Kassen bleiben

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Um die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, setzt die Regierung zunehmend auf Zwang. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will die gesetzlichen Krankenkassen zwingen, ihre Beitragssätze 2003 stabil zu halten. Ob die Kassen ihre Beiträge – derzeit durchschnittlich 14 Prozent – aber vor dem Jahreswechsel auf die Schnelle noch einmal anheben, bleibt abzuwarten.

Zwingen will die Regierung auch Besserverdienende. Sie sollen in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Die Versicherungspflichtgrenze wird von 3375 Euro im Monat auf 3825 Euro erhöht – und das schon am Donnerstag.

Eigentlich hatte Ulla Schmidt versprochen, die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung nicht anzurühren. Das scheint jetzt nicht mehr der Fall zu sein. Sollte die Grenze tatsächlich auf 3450 Euro heraufgesetzt werden, kostet das gut zehn Euro mehr im Monat – Arbeitgeber und Arbeitnehmer je fünf Euro.

Im Gespräch zwischen den Koalitionären von Rot und Grün ist zudem, das Sterbegeld zu kürzen.

Keine unmittelbaren Konsequenzen für die Patienten hat der Rest des Sparpakets. Für Ärzte und Krankenhäuser ist eine Nullrunde geplant, Pharmafirmen, Großhändler und Apotheken sollen den Krankenkassen Rabatte in Höhe von 1,4 Milliarden Euro gewähren und die Höchstpreise für Dentallabors sollen um zehn Prozent gesenkt werden. hej

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