Zeitung Heute : Zweikampf

Eine Chronologie

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Die Stationen im Machtkampf zwischen FDP-Vize Möllemann und Parteichef Westerwelle, bis zur gestrigen Meldung über den angeschlagenen Gesundheitszustand des FDP-Vorsitzenden von NRW.

23. April: Die FDP-Landtagsfraktion nimmt den bisherigen Grünen-Abgeordneten Karsli in ihre Reihen auf. Von Karsli werden anschließend Interview-Äußerungen bekannt, die in der Öffentlichkeit und der FDP-Spitze als antisemitisch eingestuft werden.

15. Mai: Der FDP-Kreisverband nimmt Karsli trotz heftiger Proteste in die Partei auf.

16. Mai: Im ZDF wirft Möllemann dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, vor, „mit seiner intoleranten, gehässigen Art“ mitverantwortlich für den Zulauf zum Antisemitismus zu sein.

18. Mai: Westerwelle fordert erstmals öffentlich den Parteiausschluss Karslis.

22. Mai: Karsli zieht seinen Aufnahmeantrag in die FDP zurück, bleibt aber parteiloses Mitglied der Landtagsfraktion. Westerwelle („Andere reden, ich handele“) sieht darin kein Problem.

2. Juni: Westerwelle verlangt den Ausschluss Karslis aus der Landtagsfraktion.

3. Juni: Gegen den Willen des anwesenden FDP-Chefs akzeptiert der NRW-Landesvorstand die Aufnahme Karslis in die Fraktion.

5. Juni: Westerwelle stellt Möllemann ein Ultimatum. Wenn Karsli nicht innerhalb von fünf Tagen aus der Fraktion ausgeschlossen werde, könne er nicht mehr vertrauensvoll mit Möllemann zusammenarbeiten.

6. Juni: Möllemann teilt den Austritt Karslis aus der Fraktion mit. Kurz darauf erneuert er seine Angriffe auf Michel Friedman.

17. September: Fünf Tage vor der Bundestagswahl lässt Möllemann in Nordrhein-Westfalen in Millionenauflage ein Wahlkampf-Flugblatt verteilen, in dem er seine Angriffe auf den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Friedman erneuert.

19. September: Westerwelle weigert sich, im Wahlkampf gemeinsam mit Möllemann aufzutreten.

22. September: Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale fordert das FDP-Präsidium Möllemann einstimmig auf, als Parteivize zurückzutreten.

23. September: Möllemann legt sein Amt als stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender nieder. Am gleichen Tag beschließt der FDP-Landesvorstand einen Sonderparteitag, auf dem Möllemann die Vertrauensfrage stellen will.

6. Oktober: Der Sonderparteitag in Wesel am 7. Oktober, wo eine Kampfabstimmung zwischen Möllemann und Landesvize Andreas Pinkwart um den Landesvorsitz erwartet wurde, wird wegen des gesundheitlichen Zustandes Möllemanns abgesagt. dpa/Tsp

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