Zeitung Heute : Zweite Welle

Neue Pokémons für die nachwachsende Generation

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So ein Erfolg schreit nach einer Wiederholung. 110 Millionen Mal verkaufte sich das GameboySpiel zu den Pokémons seit dem Verkaufsstart 1999. Nach der blauen und der roten Edition folgten 2001 die Editionen Gold und Silber. In den immer währenden Verkaufscharts haben diese Nintendo-Titel längst Platin-Status erreicht. Zeit also, nun die nächste Welle losrollen zu lassen. Am Mittwochabend wurden in Berlin zum ersten Mal in Deutschland die neuen Stars der jüngsten Editionen „Rubin und Saphir“ vorgestellt. Nicht weniger als 100 noch nie da gewesene Pokémons in einer komplett neuen Welt versprach Deutschland-Manager Axel Herr dem jungen Zielpublikum, wenn am 25. Juli die neuen Spiele in den Handel kommen.

Die Strategie, gerade jetzt auf ein neues Pokémon-Fieber zu setzen, kann durchaus aufgehen. Dies meint jedenfalls Jörg Astheimer, Diplom-Soziologe der Uni Landau. Denn zu den Besonderheiten des Spiels gehört, dass es im Wesentlichen die Zielgruppe der Acht- bis 13-Jährigen erreicht, sagt der Pokémon-Forscher. Die erste Generation ist somit diesen Spielen entwachsen, nun kommen die kleineren Geschwister an die Reihe, die bislang nur staunend daneben saßen, wenn der große Bruder seine Leidenschaft für das Sammeln, Tauschen, Trainieren der Pokémon-Figuren auslebte. Und natürlich das Kämpfen, wobei die Darstellung von Gewalt nie das Thema gewesen sei, so Astheimer.

Dass Erwachsene die Pokémon-Begeisterung ihres Nachwuchses nie ganz verstehen konnten, hat nach Meinung des Diplom-Soziologen System. Gerade das mache den Reiz aus, wenn die Eltern eben nicht begreifen könnten, warum man sich 100 Namen von doch recht ähnlich aussehenden Fantasie-Figuren unbedingt merken will. Der Wert dieses Wissens habe dafür in den jeweiligen „Peer-Groups“, also unter Gleichaltrigen, eine umso größere Bedeutung. Nach dem 25. Juli können die Kinder nun also wieder jede Menge „informelles Wissen“ anhäufen und Namen wie Flemmli, Fiffyen, Zigzachs oder Loturzel auswendig lernen.

Zumindest ebenso wichtig wie die Kenntnisse einer für Eltern verborgenen Welt sind aber für die Kinder jene Werte, die hinter dem Spiel stehen, meint der Pokémon-Forscher. Gerade der Ehrgeiz der Hauptfigur Ash, unbedingt der beste Pokémon-Trainer zu werden oder aber die tiefe Bedeutung von Freundschaft hätten wesentlich zum Erfolg beigetragen. Zumindest genauso wichtig war jedoch die enge Verzahnung von Spiel, TV-Serie und Merchandising. Übrigens startet im August die 5. Staffel der Pokémon-TV-Serie auf RTL 2. sag

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