Zeitung Heute : "Zwischen Küste und Küste": Franz Lerchenmüller wandert durch Norddeutschland

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Nah dran, weit draußen, mittendrin - so kennen die Leser des Tagesspiegels den Autor Franz Lerchenmüller. In seinem neuesten Buch bewegt er sich in Deutschland, "Zwischen Küste und Küste". Das heißt, er stromert durch Norddeutschland, von Ostfriesland bis nach Mecklenburg. Er nimmt dabei manchmal die so genannten kleinen Fluchten wahr, touristische Angebote, die einen Tag, ein Wochenende oder ein paar Tage Abwechslung bringen können. Kultureller Städtetrip, Radtour, Butterfahrt. Oder er zieht einfach so los, offenbar immer einem inneren Drang folgend, nur raus, beobachten, den Leuten aufs Maul schauen - und drüber schreiben.

Für Lerchenmüller ist das Reisen, ob vor der Haustür oder in der weiten Welt, ganz offenbar ebenso Passion wie Profession. Und er ist gern zu Fuß unterwegs. "Erwanderte Landschaften gehen in Fleisch und Blut über", lässt er den Leser wissen, der vielleicht doch lieber eher übers Wandern liest, als sich selbst auf die Socken zu machen. Begegnungen mit Menschen und ergo (allzu) Menschlichem kommen nie zu kurz. Entsprechen kurzweilig ist die Lektüre. Die eine oder andere Beschreibung der 19 Ziele mag den Lesern unseres Reiseteils bekannt vorkommen. Doch auch diese sind, ein zweites Mal, lesenswert. Hingegen zählt das "Haremskonfekt" zu den Neuheiten. Es geht um die Geschichte des Marzipans, das nicht "in höchster Not auf einem gottvergessenen Lübecker Speicher erfunden wurde", sondern aus dem Vorderen Orient stammt. Ob in der Marzipanmetropole Lübeck oder in Emil Noldes Gartenparadies in Seebüll im fernen Nordfriesland - der Autor vergisst auch nicht, die Adressen der jeweils zuständigen Tourismusämter anzugeben. Gewissermaßen für den Fall, dass den Leser doch irgendwann die Lust überkommt, loszuziehen.

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