Zeitung Heute : Zwischen Leben und Tod

Automatischer Notruf verkürzt Rettungszeit

Roland Knauer

Mit automatischer Übermittlung wichtiger Unfalldaten könnte ein intelligentes Notrufsystem den Einsatz der Rettungskräfte wesentlich beschleunigen. In der Rettungsleitstelle errechnen dann Computer aus den Daten, welche Verletzungen bei den Insassen vermutlich aufgetreten sind, erklärt Sascha Pfeifer vom Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin. „Einfache Notrufsysteme gibt es bereits als Zubehör im Angebot bestimmter Automarken“, berichtet er. Sie haben sich aber nicht durchgesetzt, weil teure Zusatzgeräte nötig waren.

Doch viele Fahrzeuge haben mittlerweile ein Navigationssystem an Bord, das mit Hilfe von Satelliten den Unfallort genau lokalisiert. Ein selbstständiger Hilferuf des Autos scheint in greifbarer Nähe. Solch ein intelligentes Notrufsystem könnte den Einsatz der Rettungskräfte um durchschnittlich sieben Minuten beschleunigen und sie auf die Situation am Unfallort vorbereiten. Diese Spanne kann zwischen Leben und Tod, zwischen bleibenden Schäden oder vollständiger Genesung entscheiden.

Moderne Sensoren am Rad zum Beispiel messen die Geschwindigkeit, um den Tacho und das Antiblockiersystem mit Informationen zu versorgen. Am Airbag registrieren sie die Beschleunigungen und lösen bei einem bestimmten Grenzwert den rettenden Luftsack aus.

Diese Daten laufen normalerweise über den Bordrechner. Bei einem Unfall könnte dieser Computer alle Angaben über die angeschnallten Fahrzeuginsassen, die Aufprallgeschwindigkeit und Aufprallrichtung gemeinsam mit der Ortung aus dem Navigationssystem über ein in das System eingebautes Mobilfunkgerät an die Rettungsleitstelle übermitteln. Entsprechende Systeme befinden sich derzeit an der TU Berlin in der Entwicklung.

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