Zeitung Heute : Zypern fehlen weitere 5,5 Milliarden Inselrepublik soll

Goldreserven verkaufen.

Foto: Gerhard Seybert Fotolia

Nikosia - Nach den wochenlangen Turbulenzen um sein Hilfsprogramm braucht das Euro-Land Zypern deutlich mehr Geld als vorgesehen. Statt insgesamt 17,5 Milliarden Euro seien nun 23 Milliarden Euro nötig, um das Land vor der Pleite zu bewahren, teilte die zyprische Regierung am Donnerstag in Nikosia mit. Zypern hatte Ende März von den Euro-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zehn Milliarden Euro Hilfe zugesagt bekommen, den Rest sollte das Land selbst aufbringen. Etwa 400 Millionen Euro soll Zypern dabei aus dem Verkauf eines Teils seiner Goldreserven erlösen. Zyperns Regierungssprecher Christos Stylianides machte die Vorgängerregierung unter dem linken Präsidenten Dimitris Christofias für den gestiegenen Finanzbedarf verantwortlich.

In Berlin wurde das anders interpretiert. Der mit der neuen Regierung ausgehandelte Rettungsbeschluss von Mitte März sei noch mit einem Finanzbedarf von 17,5 Milliarden Euro berechnet worden, hieß es aus deutschen Regierungskreisen. Doch sei der im zyprischen Parlament durchgefallen, was große Unsicherheit geschaffen habe. Der Wirtschaftsausblick für Zypern sei darauf massiv gesenkt worden. Nach dem Beschluss der Euro-Gruppe über das Rettungspaket für Zypern hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits Ende des vergangenen Monats angedeutet, dass sich die Wirtschaftslage in Zypern im Verlauf der zähen Verhandlungen über die Details des Hilfspakets „nicht verbessert“ habe.

Die EU-Finanzminister kommen an diesem Freitag zu zweitägigen Beratungen in Dublin zusammen. Auf dem Euro- Gruppentreffen soll das Programm für Zypern so weit konkretisiert werden, dass der Bundestag kommende Woche darüber abstimmen kann.AFP/rtr/Tsp

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