Berlin : Mehr Flutlicht

Markus Hesselmann

mag das Stadion und kritisiert die Stadionshow Als beim RBB nach der Tagesschau die Technik streikte, griff der Chef vom Dienst mit sicherer Hand ins Archiv. Und brachte Dieter Hallervorden. Das geht immer in Berlin, meint man wohl beim örtlichen Sender. Statt des angekündigten Vorberichts zur Stadionshow eine Viertelstunde lang Sketche. Das war eine Panne. Was dann kam, war wohl geplant. Oder besser: Es offenbarte einen Mangel an Planung.

Die Eröffnungsfeier für das Olympiastadion präsentierte sich über weite Strecken als unkoordiniertes Potpourri lokaler Belanglosigkeiten und piefigen Eigenlobs. Ein Best of Icke-Berlin. Es muss wirklich nicht jeder Sport- und sonstige Verband der Stadt seine Abgesandten bei so einer Veranstaltung in den Stadionring schicken. Und nicht jeder wie auch immer am Stadionprojekt beteiligte Polit- oder Sportfunktionär muss in Moderatorenmikrofone sprechen.

Wer als Zuschauer nach einer geschlagenen Stunde noch aufnahmefähig war, konnte sich am leidlichen Pop-Programm mit Nena und Pink erfreuen, bis es dann zum Schluss mit Daniel Barenboim und seinem West Eastern Divan Orchester sowie einem großen Licht- und Feuerspektakel doch noch richtig aufregend wurde.

Ein guter Schluss reicht nicht. Die Stadt und das Stadion haben Besseres verdient. Oder war die Provinz hier Programm? Dann hätte man Dieter Hallervorden auch einladen sollen.

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