BER-Baustelle : Der neue Flughafen ist doch nicht so wichtig

Druck aus Wirtschaft und Tourismus, damit der BER endlich fertig wird? Davon ist nichts zu spüren. Offenbar besteht gar kein Mangel, kein drängender Bedarf. Und wenn die Spitzenpolitiker das längst begriffen hätten? Dann bräuchten wir uns über nichts mehr zu wundern.

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Klaus Wowereit auf dem Weg zu einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats. Es ist eine Weile her, dass es bei Gelegenheiten wie dieser gute Nachrichten zu verkünden gegeben hätte. Foto: dapd
Klaus Wowereit auf dem Weg zu einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats. Es ist eine Weile her, dass es...Foto: dapd

Wann endlich begreifen die Spitzenpolitiker in Berlin (Bund und Stadt) und in Brandenburg, wie wichtig der neue Flughafen für sie und die Region ist? Mal scheint es so zu sein, dann wieder nicht. Woran liegt das? An der Tagesform? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch so: dass es eigentlich egal ist, ob Berlin-Brandenburg-International rechtzeitig kommt oder nicht. So gesehen hätten die Politiker, die unaufgeregten, recht. Es gibt Anhaltspunkte.

Wäre der Flughafen geradezu lebenswichtig, dann wären beispielsweise die Spitzenvertreter von Wirtschaft und Tourismus mächtig hinterher, dass er wirklich fertig wird. Doch man hört sie nicht. Druck von ihrer Seite? Gäbe es ihn, müssten die Spitzen um ihre Ämter bangen. Aber Tegel funktioniert ja, Schönefeld auch. Das zeigt, dass offenbar kein Mangel besteht, kein drängender Bedarf. Die Touristen schaffen es in die Stadt, manchen sind sie ohnehin zu viel. Die Wirtschaft, meistens Kreativwirtschaft, schafft es auch, und sie lebt mit stockenden Prozessen. Was wäre, wenn die Spitzenpolitiker wie im Flug begriffen hätten, dass der BER gar nicht so wichtig ist? Dann bräuchten wir uns über nichts mehr zu wundern.

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