• Prügelstrafe für saudi-arabischen Blogger: Ehefrau von Raif Badawi bittet Gabriel um Hilfe

Prügelstrafe für saudi-arabischen Blogger : Ehefrau von Raif Badawi bittet Gabriel um Hilfe

Am kommenden Samstag reist Sigmar Gabriel zu einem Wirtschaftstreffen nach Saudi-Arabien. Die Ehefrau des zu 1000 Stockschlägen verurteilten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi hat nun den SPD-Vorsitzenden darum gebeten, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen.

Der Protest gegen die Bestrafung des Bloggers ist groß. Wie hier bei einer Kundgebung in London.
Der Protest gegen die Bestrafung des Bloggers ist groß. Wie hier bei einer Kundgebung in London.Foto: dpa

Die Ehefrau des gefolterten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi hat den deutschen Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) um Hilfe für ihren Mann gebeten. Gabriel solle sich bei seiner bevorstehenden Reise nach Saudi-Arabien für die Freilassung und Ausreise ihres Mannes einsetzen, sagte Ensaf Haidar dem ZDF. Sie lebt den Angaben zufolge seit der Verhaftung ihres Mannes 2012 in Kanada.

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einem Internetforum den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Hiebe erhielt er im Januar. Seitdem wurde die weitere Vollstreckung der Strafe ausgesetzt, offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Der Fall löste weltweit scharfe Kritik an dem islamisch-konservativen Königreich aus.

Gabriel versicherte im ZDF, die Bundesregierung setze sich bereits jetzt für eine Freilassung Badawis ein. „Gegenüber wem wir das tun, wie wir das tun, sollten wir sinnvollerweise nicht im Fernsehen besprechen. Jedenfalls dann nicht, wenn man dem Mann helfen will“, sagte der SPD-Vorsitzende, der am kommenden Samstag zu einem Wirtschaftstreffen nach Saudi-Arabien reist. „Die wichtigste Hilfe, die wir geben können“, sei „nicht darüber zu reden“.

Laut der Ehefrau hatte das Büro des mittlerweile gestorbenen Königs Abdullah den Fall im Dezember an das höchste saudische Gericht übergeben. Der britischen Zeitung „Independent“ sagte Haidar nun, ihrem Mann drohe möglicherweise die Todesstrafe, wenn es zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens kommen sollte. (dpa)

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