Sport : Dritter Abschied

BIELEFELD – FREIBURG 3:1

Richard Leipold[Bielefeld]

Die Fans von Arminia Bielefeld hatten eine klare Forderung. „Schießt sie aus der Liga!“ Ein Profi hat diesen Auftrag besonders ernst genommen. Beim 3:1 über den SC Freiburg erzielte der Stürmer Massimilian Porcello vor 16000 Zuschauern alle drei Tore für die Westdeutschen. Die Badener sind nun, vier Runden vor dem Saisonende, auch rechnerisch abgestiegen. „Es war eine ganz furchtbare Saison mit immer neuen Rückschlägen, die Mannschaft hat nie die Kurve gekriegt“, sagte Volker Finke, der Trainer des SC Freiburg. Er verzichtete auf jede Art von Gefühlsduselei. Der Abstiegsschmerz scheint im Breisgau längst bewältigt. Innerlich seit mehreren Wochen auf den Gang in die Zweite Liga vorbereitet, hatten die Freiburger nicht mehr an ein Fußball-Wunder geglaubt, sondern sich mit ihrem Schicksal abgefunden. „Wir planen schon seit längerem für die Zweite Liga, und das zu Recht“, sagte Finke.

Auf der Gegenseite durfte sich neben dem überragenden Porcello die ganze Bielefelder Mannschaft nach dem Schlusspfiff von ihren Fans feiern lassen. Die Arminia hat zehn Punkte Vorsprung auf den sechzehnten Tabellenplatz – und den Verbleib in der Bundesliga so gut wie sicher. Mit 39 Zählern ist noch keine Mannschaft aus der obersten Klasse abgestiegen. Drei Tage nach dem verlorenen Pokalhalbfinale gegen Bayern München fiel den Bielefeldern die Rückkehr in den Alltag schwer. „Es war schwierig, das Pokalspiel zu verarbeiten“, sagte Porcello. „Wir waren müde, die Freiburger haben uns in der ersten Halbzeit laufen lassen.“ Zunächst hatte alles ganz leicht ausgesehen. Freistoß Skela, Kopfball Gabriel, und schon kickte Porcello den Ball zum 1:0 ins Netz – nach nicht einmal fünf Minuten. Doch die Heimelf vermochte aus der frühen Führung keine Kraft zu schöpfen; ihr unterliefen zahlreiche Flüchtigkeitsfehler. Einen dieser Aussetzer nutzte der Freiburger Stürmer Cairo zum Ausgleich. Das Gegentor machte die Bielefelder noch fahriger. Bis zur Pause gelang ihnen nichts mehr. Iaschwili hätte die Freiburg sogar in Führung bringen können.

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Ostwestfalen munterer, vor allem dank Porcello, der mit zwei weiteren Treffern den dritten Abstieg des SC Freiburg besiegelte. „In der zweiten Halbzeit haben wir mit Charakter und Willenskraft einen Gegner geschlagen, der spielerisch gleichwertig war“, sagte Arminias Cheftrainer Uwe Rapolder. Am Ende hätte der Sieg seiner Elf sogar noch deutlich höher ausfallen können.

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