Berlin : Polizei warnte vor Randale von Hooligans

Fünf Verletzte bei Spiel von Union gegen Dynamo

André Görke

Die Polizei hatte mit Randale gerechnet, doch ihre Hinweise wurden ignoriert. So kam es zu Ausschreitungen während des Fußballspiels zwischen dem BFC Dynamo und dem 1. FC Union im Sportforum Hohenschönhausen. Wie berichtet hatten am Sonnabend 300 BFC-Hooligans das Spielfeld gestürmt. Es kam zu wüsten Schlägereien, auch außerhalb des Stadions. Flaschen und Steine flogen auf Polizisten, 33 Hooligans wurden festgenommen und fünf Personen verletzt, darunter ein Polizist und ein Ordner.

Die beiden Klubs sind seit Jahrzehnten verfeindet. Union gilt als Arbeiterklub, der DDR-Rekordmeister Dynamo war einst Lieblingsklub von Stasi-Chef Erich Mielke. Vor dem Hinspiel hatte die Polizei mit einem überraschenden Einsatz in einer Diskothek am Vorabend die Rädelsführer festgenommen.

Das Sportforum ist baulich in schlechtem Zustand. Die Blöcke sind nur durch provisorische Bauzaun-Gitter getrennt. Als Absperrung zum Spielfeld dienen dünne Drähte, die man leicht verbiegen kann. So konnten die Hooligans auch aufs Spielfeld gelangen, die Ordner waren überfordert. Die 1000 Polizisten, die für die Absicherung des Innenraums nicht zuständig sind, konnten das Spielfeld nur unter Einsatz von Schlagstöcken räumen. Das Spiel wurde beim Stand von 1:1 nicht wieder angepfiffen. Der BFC Dynamo muss als Gastgeber mit einer harten Strafe rechnen.

Als Alternative hätte der Jahnsportpark in Prenzlauer Berg zur Verfügung gestanden, das aber lehnten Verein und Verband ab: Bei BFC-Spielen war es seit Jahren ruhig, zumal es im Jahnsportpark beim Spiel der beiden Klubs 2001 ebenfalls zu schweren Ausschreitungen kam – nicht im Stadion, dafür aber außerhalb. Die Polizei musste damals mit Wasserwerfern durch den Kiez rollen.

Die Polizei hatte nun den gut 20 Rädelsführern Aufenthaltsverbot im Stadion erteilt. Insgesamt 1000 Berliner sind bei der Polizei registriert; 300 von ihnen gehören zum harten Kern. In Szene gesetzt hätten sich diesmal nach Einschätzung von hochrangigen Polizisten „vor allem die jungen, die sich profilieren wollen“. Rechtzeitig vor der Fußball-WM.

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