Medien : Abgang und Neuanfang

Fred Kogel verlässt Constantin Film Ende 2008

Nach sechs Jahren an der Spitze der Constantin Film scheidet Vorstandschef Fred Kogel zum Jahresende aus. Er wolle „wieder als Unternehmer mit eigenen Firmen tätig werden“, bleibe aber in der Medienbranche, sagte der 47-Jährige am Donnerstag in München. Aufsichtsratschef Bernhard Burgener werde als Nachfolger zum 1. Januar 2009 den Vorstandsvorsitz für drei Jahre übernehmen, teilte das Unternehmen mit. Kogel, der zuvor ZDF-Unterhaltungschef, Sat-1-Geschäftsführer und stellvertretender KirchMedia-Chef gewesen war, übernahm die Führung der Constantin Film im April 2003 von Bernd Eichinger. Der Filmproduzent sagte, ohne Kogel wäre Constantin heute nicht Deutschlands erfolgreichster studiounabhängiger Medienkonzern. Filmproduktion und -verleih hatte er um die Sparten TV-Entertainment, Home Entertainment und Lizenzhandel ergänzt, den Umsatz verdoppelt, Rekordergebnisse erzielt.

Kogel sagte, er gehe auf eigenen Wunsch. Der Konzernumbau sei abgeschlossen, die langfristigen Weichenstellungen erforderten mindestens drei weitere Jahre. Das passe nicht in seine persönliche Lebensplanung, er wolle jetzt eine eigene Unternehmensgruppe aufbauen. Als Berater bleibt er Constantin Film verbunden. Zusammen mit Entertainer Harald Schmidt betreibt er seit 2004 auch die Produktionsfirma Kogel & Schmidt GmbH, die für die ARD die Show „Schmidt & Pocher“ herstellt.

Kogels Ausscheiden hat nach Brancheninformationen auch mit anstehenden Veränderungen bei Constantin Film zu tun. Aufsichtsratschef Bernhard Burgener vertritt Highlight Communications, die mehr als 95 Prozent der Aktien von Constantin Film kontrolliert. Burgener soll im September den Vorstandsvorsitz von EM.Sport Media AG übernehmen, die wiederum 37,6 Prozent an Highlight hält. Burgener als künftiger Doppelchef schürt die Gerüchte um eine mögliche Übernahme von Constantin durch EM.Sport. Zu EM.Sport gehören unter anderem der Sportsender DSF und die Produktionsfirma Plazamedia. An EM.Sport wiederum hält Leo Kirch Anteile in Höhe von 17,1 Prozent. Kirch vermarktet die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/2010. jbh

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