Medien : Äh-Ende

DSF stellt Boris Beckers Talkshow „1 : 1“ ein

Barbara Nolte

Der Tiefpunkt war im September. Nur 60 000 schalteten ein, als Boris Becker in seiner Talkshow „1 : 1“ Thomas Haas befragte. In den darauf folgenden Wochen, als Franz Beckenbauer oder zuletzt Günter Netzer zu Gast waren, schaukelte sich die Quote wieder hoch. Doch mit durchschnittlich 190 000 Zuschauern blieb die Talkshow, wie es in solchen Fällen immer heißt, „hinter den Erwartungen“ des Senders zurück. „Aber das war nicht das Problem“, sagt DSF-Sprecher Jörg Krause. „Wir konnten keinen Titelsponsor finden.“ Und ohne einen Sponsor lässt sich eine Talkshow in einem Spartenkanal nicht finanzieren. Deshalb stellt das Deutsche Sportfernsehen Beckers Show nach nur elf von 15 geplanten Sendungen ein. Einschließlich der Probeshows sei man laut Krause auf 15 Ausgaben gekommen und habe damit den Vertrag erfüllt.

Boris Becker ist ein weiteres Mal nach Ende seiner Sportlerkarriere gescheitert. Sein Internetportal Sportgate ging pleite. Das Öko-Label New Food, an dem er beteiligt war, löste sich auf. Die Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung, das Besenkammer-Kind – jenseits des Tennisplatzes strauchelte Becker.Seine Autohäuser in Mecklenburg-Vorpommern hat er verkauft.

Für den Job als Moderator, den er im April begann, tat er sich mit einem Produzenten zusammen, der schon Sandra Maischberger eine zweite Karriere bescherte: Friedrich Küppersbusch. Beim DSF stand Becker zudem unter besonderem Schutz: Hans-Dieter Cleven, der fast 20 Prozent am Sender hält, ist mit ihm befreundet. Das half am Ende auch nichts. Angeblich war abgesprochen, dass Beckers Drei-Jahres-Vertrag zum Ende jedes Jahres überprüft werde. er entschieden sich offensichtlich gegen ihn.Die Prüfer entschieden sich gegen ihn. Er hatte sich zwar sein berüchtigtes „äh“ fast abgewöhnt, konnte sich aber als Moderator nicht profilieren. Becker tritt weiter im DSF als Experte auf.

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