Medien : „Airbus-Vater Strauß vergessen“

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Herr Tiedje, was hat Sie in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass im Zusammenhang mit der Präsentation des neuen Airbus 380 der eigentliche AirbusVater, nämlich Franz Josef Strauß, in den Medien weitgehend vergessen worden ist. Ich mag ja noch verstehen, dass sich Gerhard Schröder in seiner Festrede nicht vor dem Zukunftspolitiker Strauß verbeugt hat. Warum sollte ausgerechnet er daran erinnern, wem Deutschland diesen Erfolg verdankt? Aber eben deshalb hätte zum Beispiel eine Zeitung vom Anspruch des Tagesspiegel ihren intelligenten Lesern die wahre Airbus-Genesis ruhig mal schildern können. Weil: Die Erweiterung des allgemeinen Bildungshorizonts ist niemals schädlich – das wusste schon Alexander von Humboldt.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Ja, über die neu gestaltete „B.Z.“. Hier hat ein Chefredakteur sein Blatt mal richtig aufgeräumt. Daisy, Rente, Wowi, Hertha – alles Bingo in der „B.Z.“. Schade nur, dass Georg Gafron fehlt, die Fanfare des freien Berlins. Gottlob schreibt er jetzt häufiger in der „Bild“.

Hans-Hermann Tiedje ist Vorstand des Kommunikationsunternehmens WMP EuroCom AG in Berlin. Zuvor war Tiedje unter anderem Chefredakteur von „Bild“ und „Bunte“.

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