Medien : Alleine in der Nacht

Dramatischer Quoteneinbruch bei den ARD-Kulturmagazinen

Dieter Anschlag

Die sonntäglichen Kulturmagazine der ARD haben dramatisch an Publikum verloren. Von Januar bis April dieses Jahres sahen im Schnitt nur noch 1,04 Millionen Zuschauer diese Magazine, wie der Fachdienst „Funkkorrespondenz“ berichtet. Das ist rund ein Drittel weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (1,55 Millionen).

Der Grund für den Zuschauerschwund ist die Verlegung der Kulturmagazine auf den späteren Termin um 23 Uhr. Vorher liefen „Kulturreport“, „Kulturweltspiegel“ sowie „Titel, Thesen, Temperamente“ um 22 Uhr 45 im Anschluss an die quotenträchtige Talksendung „Sabine Christiansen“ und vor den „Tagesthemen“. Ab Mitte November 2003 rückten die Kulturmagazine laut einem Beschluss der ARD-Intendanten um eine Viertelstunde nach hinten und die „Tagesthemen“ entsprechend nach vorn. Das sollte den Audience-flow im Ersten und damit gleichzeitig den Gesamtmarktanteil des Programms verbessern. Doch schon im Vorfeld hatten vor allem Buchverleger gegen die Maßnahme protestiert, und einen Quoteneinbruch vorausgesagt. Sie sollten Recht behalten: Im Einzelnen gingen die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr beim „Kulturreport“ von 1,60 auf 1,09 Millionen zurück, beim „Kulturweltspiegel“ von 1,18 Millionen auf 990 000 und bei „Titel, Thesen, Temperamente“ von 1,63 Millionen auf 900 000. Daran ändert auch der Hinweis der ARD nicht viel, dass in den betreffenden Zeitraum des Jahres 2003 zum Teil der Irak-Krieg fiel und die Berichterstattung darüber die Quoten allgemein in überdurchschnittliche Höhen getrieben habe.

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