Medien : „Allianz der Produzenten“ gründet sich

Es klang ganz nach großem Film, nach großem Fernsehen, als die drei frisch gewählten Vorstandsvorsitzenden der neugegründeten „Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen“ auf dem Podium der Berliner Pressekonferenz saßen. Einen „großen Schritt“, den viele sich erhofft und gewünscht hätten, nannte der neue Vorstandschef Alexander Thies, im Hauptberuf Geschäftsführer der „Neuen Filmproduktion“, die Interessenvertretung der Produzenten, oder auch: die „Stimme der Branche“.

Nach eineinhalb Jahren der Klausuren könnten sie nun ans Werk gehen, die Bedingungen für deutsche Produzenten auf einen aktuellen Stand zu bringen, sagte Thies. Holger Roost-Macias, Geschäftsführer von „Tresor TV“ und neuer stellvertretender Vorstand der Vereinigung, sagte, noch immer müssten Produzenten in Deutschland unter Bedingungen wie zu „Zeiten der Errichtung des ZDF“ arbeiten. Das wolle man nun ändern.

Dabei geht es der Allianz unter anderem um eine Entbündelung der Rechtepakete. Dies soll verhindern, dass die Produzenten die gesamten Rechte an ihren Arbeiten an die Sender abtreten müssen. Auch an der „digitalen Dividende“, sagte Roost-Macias, müssten die Produzenten in Zukunft beteiligt werden. Der Streit über die Erlöse aus dem Vertrieb digitaler Medien, wie etwa DVDs, führte zuletzt in den USA gar zu einem Streik der Drehbuchautoren. Hierzulande gelte es nun, die urheberrechtlichen Rahmenbedingungen neu auszuarbeiten, so Roost-Macias.

Neben Günther Jauchs Produktionsfirma „i&u TV“ sind auch große Namen wie „Constantin Film“ oder „UFA“ in der Vereinigung vertreten. Diese teilt sich in drei Sektionen auf: Vorstandschef Thies ist verantwortlich für den Bereich „Fernsehen“, Roost-Macias kümmert sich um das „Entertainment“-Segment, das Produzenten von non-fiktionalen Inhalten wie etwa der „Super Nanny“ vertritt. Den Bereich „Kino“ übernimmt Uli Aselmann vom Verband der Spielfilmproduzenten, der ebenfalls zu einem der stellvertretenden Vorstandschefs gewählt wurde. tkl

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