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ARD-Talk zum Thema Flüchtlinge : Maischberger lädt AFD-Chefin Petry ein - und wieder aus

AFD-Chefin Frauke Petry ist von der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" wieder ausgeladen worden. Daraufhin empört sie sich über das öffentlich-rechtliche System - und bekommt Unterstützung von ihrer Parteifreundin Beatrix von Storch.

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Sandra Maischberger talkt am Dienstag in der ARD zum Thema Flüchtlinge - AfD-Chefin Frauke Petry (r.) hätte gerne mitdiskutiert, wurde aber wieder ausgeladen.
Sandra Maischberger talkt am Dienstag in der ARD zum Thema Flüchtlinge - AfD-Chefin Frauke Petry (r.) hätte gerne mitdiskutiert,...Fotos: dpa

Die neue Talkshowsaison ist eröffnet, Sandra Maischberger macht am Dienstagabend als erste ARD-Talkerin den Anfang mit ihrer Sendung „Menschen bei Maischberger“: „Flüchtlingskrise: Politiker ratlos, Gesellschaft gespalten“, lautete ihr Thema – bei dem auch Frauke Petry gerne mitdiskutiert hätte. Doch die Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) wurde kurzfristig wieder ausgeladen – was in Talkshowredaktionen ein normaler Vorgang ist, nutze die Politikerin für Stimmungsmache gegen das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

"Staatlich indoktrinierte Meinungsfreiheit"

„Teilnahme storniert, wurde wieder ausgeladen“, teilte Petry per Twitter mit. „Warum wohl? Staatlich indoktrinierte Meinungsfreiheit mit Zwangsgebühren?“.

Die Maischberger-Redaktion weist den Vorwurf als "vollkommen unberechtigt" zurück. "Wie bei jeder Sendung mit einem derart aktuellen Thema veränderte sich auch bei dieser neuen Ausgabe unseres ARD-Talks die Gästerunde fast täglich - durch Zu- und Absagen potentieller Gesprächsgäste", heißt es in einer Stellungnahme, die auch über Twitter verlinkt wurde.

Statt Petry sei CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer eingeladen worden, um die Runde neben NDR-Moderatorin Anja Reschke, Filmemacher Til Schweiger, Journalist Roland Tichy, Sevim Dağdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linken, Flüchtling und Altenpflegehelfer Kazim Mohammadi sowie Sabine Domhan, Leiterin eines Alten- und Pflegeheims, zu vervollständigen.

"Keine Indoktrination, nirgends"

Scheuer werde Vortritt gewährt, "denn er gehört einer im Bundestag vertretenen Partei an, die überdies an der Regierung beteiligt ist." Seine Mitwirkung sei bis zum Wochenende aufgrund unklarer Sitzungstermine strittig. "Sie sehen: keine Indoktrination, nirgends, sondern ganz normaler Redaktionsalltag", betont die "Maischberger"-Redaktion.

Zudem sei Frauke Petry zum Thema Flüchtlinge bereits am 25.11.2014 zu Gast gewesen in der Sendung, diskutiert wurde über "Angst vor Flüchtlingen: Falsche Panik oder echtes Problem?". "Und wir können uns sehr gut vorstellen, sie wieder einmal einzuladen", versichert die Redaktion.

Doch Petry scheint über die Ein- und wieder Ausladung nachhaltig empört zu sein. Der Vertrag sei bereits unterschrieben gewesen, teilte der AFD-Pressesprecher über Twitter mit. "Wir werden das so nicht durchgehen lassen." Das "Handelsblatt" berichtete, dass die Partei Schadensersatz von der "Menschen bei Maischberger"-Redaktion einfordern wolle, es gehe um bereits gebuchte Flüge von Leipzig nach Köln in Höhe von rund 1000 Euro.

Die Redaktion teilt allerdings mit, dass solche Forderungen gar nicht erst erhoben werden müssten. Es sei selbstverständlich, dass Gästen ein für die Sendung entstandener Aufwand entschädigt werde.

"Liebe Freunde vom zwangsfinanzierten Staatsfunk..."

Derweil erhält Petry von ihrer Stellvertreterin Beatrix von Storch Unterstützung - die allerdings rechtlich problematisch sein dürfte: Als Protest gegen die Ausladung postete Storch am Dienstag auf ihrer Facebookseite zwei Bilder, die ihren zerrissenen Bescheid über die ausstehende Zahlung der Rundfunkgebühr zeigen. "Liebe Freunde vom zwangsfinanzierten Staatsfunk, Ihr ladet Frau Petry aus? Ihr verunglimpft mich und die AfD am laufenden Meter- und ich soll dafür auch noch bezahlen? Nein. Mache ich nicht. Hab ich aber auch wirklich jetzt schon ein paar mal Euch hier geschrieben. Euren Festsetzungsbescheid werde ich mir an die Wand nageln. Oder - ablegen...", schrieb Storch, die die AfD auch im Europaparlament vertritt, unter den Post.

AfD-Vizechefin Beatrix von Storch protestiert gegen die Ausladung von Frauke Petry - und weigert sich, Rundfunkgebühren zu zahlen.
AfD-Vizechefin Beatrix von Storch protestiert gegen die Ausladung von Frauke Petry - und weigert sich, Rundfunkgebühren zu zahlen.Screenshot: Tsp

123,88 Euro ist Storch demnach an Rundfunkgebühren schuldig. Sollte sie den Betrag nicht umgehend begleichen, würden weitere Mahnmaßnahmen folgen, heißt es in dem Schreiben.


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