Medien : Aus den Gruften der Kleinbürgerlichkeit

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Herr Brandt, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Geärgert habe ich mich über das Fußball-Länderspiel am Mittwoch. Der beste Deutsche im Stadion war ganz klar Michael Schumacher auf der Tribüne. Ich würde die deutsche Mannschaft auch gerne wieder mal über ein paar Tore jubeln sehen, und das wäre doch in Florenz nicht schwer gewesen: Immer wenn die Italiener ein Tor schießen – einfach mitjubeln! Schön, dass Jürgen Klinsmann im Interview nach dem Spiel optimistisch blieb. Er hat noch mal unterstrichen, dass er eine Mannschaft will, die erfrischenden Angriffsfußball spielt. Das heißt: Bis zur WM trainiert er wohl die Holländer.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Gefreut habe ich mich über die umfangreiche Karnevalsberichterstattung auf allen Kanälen. Warum für viel Geld große Unterhaltungsproduktionen stemmen, wo es doch so einfach geht: Wenn die Untoten des Frohsinns einmal im Jahr aus ihren muffigen Gruften der Kleinbürgerlichkeit kriechen und sich zugerallt auf der Straße die Luftschlange aus der Hose schunkeln – einfach Kamera draufhalten! Viva Colonia – auf dass Schwarz-Rot bloß niemals daraufkommt, uns irgendwann auch noch Aschermittwoch, den Tag der Erlösung, zu streichen.

Elmar Brandt

ist Deutschlands

wohl bekanntester Stimmenimitator.

Zu seinem Repertoire

gehören sämtliche männlichen Stimmen des Bundeskabinetts

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