Medien : Bauer trimmt die Ausdauer

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Die Bauer Verlagsgruppe ist traditionell ein vertriebsstarkes, aber anzeigenschwaches Zeitschriftenhaus. Den Hauptumsatz erwirtschaftet es mit Programmzeitschriften und wöchentlichen Frauenzeitschriften - Märkte, in denen Bauer Auflagen-Marktführer ist: Bei den Fernsehzeitschriften ist der Marktanteil mittlerweile gar auf 56 Prozent geklettert. Für einige Bereiche gibt es seit langem Zentralredaktionen, ein Chefredakteur führt oft gleich mehrere Zeitschriften. Vor allem aber: Verleger Heinz Bauer gilt seit jeher als einer der sparsamsten Verleger. Insofern verwunderte es kaum, als er bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2000 am Dienstag in Hamburg sagte: "In schwieriger Zeit zahlt sich heute aus, dass wir als Bauer Verlagsgruppe in den vergangenen Jahren stets kostenbewusst und solide gewirtschaftet haben, auch wenn dieser Weg nicht von allen verstanden worden ist."

Für 2001 hat der Hamburger Verlag ("Bravo", "TV Movie", "Neue Post") einen Umsatz von 3,32 Milliarden Mark eingeplant. Im Vorjahr stiegen die Erlöse um 4,9 Prozent auf 3,24 Milliarden Mark, davon entfielen 1,11 Milliarden Mark auf das Auslandsgeschäft (plus 12,5 Prozent). Dort will Bauer weiter investieren. Konkrete Zahlen legt das Familienunternehmen traditionell nicht vor.

Anders als in einigen anderen Großverlagen sind bei Bauer derzeit keine einschneidenden Personalmaßnahmen geplant. Die Zahl der Mitarbeiter ist seit Jahresende 2000 nach Veränderungen im Konsolidierungskreis und dem Ausbau von Call-Centern sogar um 380 auf 6300 gestiegen.

Im Anzeigengeschäft widersetzt sich die Bauer Verlagsgruppe dem Markttrend. Während im gesamten Printbereich von Januar bis Oktober 2001 das Anzeigenvolumen um 6,5 Prozent zurückgegangen sei, verzeichnete die Verlagsgruppe nach Angaben des zuständigen Geschäftsführers Günter Sell ein Wachstum von 6,1 Prozent.

Die Zusammenfassung aller Vertriebsaktivitäten habe sich mit einer Zahl von vier Millionen Abonnenten ausgezahlt. "Das hat es noch nie in unserem Haus gegeben", sagte Geschäftsführer Manfred Braun. Die verkaufte Gesamtauflage der deutschen Objekte war mit durchschnittlich über 20 Millionen Exemplaren im dritten Quartal 2001 (laut IVW) stabil.

Weltweit gibt die Verlagsgruppe 108 Zeitschriften heraus, davon erscheinen 33 Titel in Deutschland, 75 im Ausland. 43 Zeitschriften kommen bei der Tochtergesellschaft Pabel-Moewig Verlag KG in Rastatt hinzu.

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