Berlin, Leipzig : Im Osten was Neues

Sie tauschen Fernsehsendungen aus, denken über ein gemeinsames Nachtprogramm der Info-Wellen nach und wollen sich auch bei Technikinvestitionen abstimmen. RBB und MDR kooperieren bei Radio und TV.

Einig. RBB-Chefin Dagmar Reim und MDR-Intendant Udo Reiter.
Einig. RBB-Chefin Dagmar Reim und MDR-Intendant Udo Reiter.Foto: ARD

Die beiden Rundfunkanstalten MDR und RBB arbeiten künftig enger zusammen und geben damit auch ein Beispiel für die ARD. Arbeitsgruppen unter Leitung von MDR-Intendant Udo Reiter und RBB-Chefin Dagmar Reim haben 22 Vorschläge für eine engere Kooperation erarbeitet. „Das ist eher eine stille Revolution“, meint Reiter. Reim betont: „Es wird unser finanzielles Schicksal nicht wenden.“ Mit der Kooperation soll Geld gespart werden, die Größenordnung lässt sich noch nicht beziffern. „Wo die Identität der beiden Sender tangiert wird, ist aber Schluss“, unterstreicht Reim.

Konkret ist von September an das monatliche MDR-Kinomagazin „Kino Royal“ mit Else Buschheuer auch im RBB zu sehen. Im Gegenzug strahlt der MDR die 14-tägige deutsch-polnische RBB-Sendung „Kowalski trifft Schmidt“ aus. Kooperationen soll es bei Sendungen für die sorbische Minderheit in der Ober- und Niederlausitz geben. In Berlin ist eine engere Zusammenarbeit der Hauptstadtkorrespondenten geplant, bei der Sportberichterstattung aus dem Osten setzen die Sender auf mehr Gemeinsamkeiten. Beim nächsten Treffen der Geschäftsleitungen geht es unter anderem um ein gemeinsames Nachtprogramm der Info-Wellen. „Auch die anderen ARD-Sender sind eingeladen, sich daran zu beteiligen“, betont Reim. Die Nachtschiene könnten abwechselnd in den beteiligten Häusern produziert werden. Reiter hat schon Interesse registriert. „Es liegt nahe, dass in der Nacht nicht jeder sein eigenes Programm mit einer vollen Schicht braucht.“ Die Zusammenarbeit hat jedoch auch ihre Grenzen. „Hätten wir lediglich ein bundesweites Kulturradio, kämen Berlin und Brandenburg höchstens mit zwei Beiträgen pro Tag zum Zug. Aber so können wir mit dem kulturellen Reichtum unserer Region ein komplettes Programm gestalten“, erläutert Reim. Reiter meint, „für die Hörer kommt es auch darauf an, ob das MDR-Sinfonieorchester spielt oder die Berliner Philharmoniker. Die regionale Identität wollen wir nicht aufgeben.“

Aufgegeben hat mit Beginn der Fußball-Bundesliga-Saison der Bayerische Rundfunk seine eigene Sportsendung am Sonntagabend um 21 Uhr 45. Der BR übernimmt aus Kostengründen vom WDR die Sendung „Bundesliga am Sonntag“ mit den zwei Sonntagspartien. dpa/Tsp

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