Medien : „Bloß keine Ottokratie!“

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Herr Kahle, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Nach dem GriechenSieg mit Brachialfußball sagte Rolf Töpperwien (ZDF) zu deren Trainer Otto Rehhagel: „Ihr habt uns Spaß gemacht!“ Na, der macht mir Spaß! Ewig Hofschranze. Auch nicht lustig, was „Bild“ über „Rehakles I.“ schrieb: „Jetzt muss er aber nach Hause kommen und den deutschen Fußball retten.“ Retten? Motto: „Wer gewinnt, ist modern!“ Ich bin kein Fußball-Fan. Dieser Fußball begeisterte mich nicht, der tschechische dagegen sehr. Nationalmannschaften haben immense Bedeutung. Sie zeigen auch Geist und Stil eines Landes. Deshalb ärgert mich der Ruf nach dem eitlen Rehhagel und diesem „Hauptsache Sieg“.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über Peter Schneider im „Spiegel“ zum Zusammenhang von Fußball und Politik. „Mit Spielfreude und Risikobereitschaft die Reformen angehen.“ Schweden, Holland, Dänemark – bessere Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme, schönerer Fußball. Das ist keine Automatik, klar. Aber gerade für uns gilt es, Stagnation im Fußball ebenso zu überwinden wie in der Politik, im Denken überhaupt.

Ingo Kahle, 52,

ist Redakteur im INFOradio des RBB. Er moderiert dort unter anderem sonntags den „PresseTreff“.

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