Medien : Boris Becker und die Hausfrauen

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Frau Ortgies, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Das Ärgerlichste: Wahrscheinlich hat das Männermagazin „GQ“ – für „markante Macher“ oder „modische Machos“ – auch noch eine fette Quote eingefahren. Obwohl ich niemanden kenne, der nicht sofort abschaltet, wenn Boris Becker irgendetwas über kernige Kerle stottert. Schließlich wächst jetzt so langsam eine Generation heran, die nicht unbedingt weiß, was Becker gemacht hat, bevor er sein Geschlechtsleben in „Bild“ und „Bunte“ ausgebreitet hat. Abgesehen von Lear-Jets und Autos widmet sich „GQ“ sowieso eher den Brüsten und Pos seiner Models.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Wie jede Woche über die neue Folge der „Desperate Housewives“. Angesichts all der humorfreien Telenovelas voller 50er-Jahre-Klischees wird meine Freude am schwarzem Humor dieser Serie immer größer: nach der tragikomischen Bree, die sich an ihrem Gatten rächt, indem sie auf einer Party enthüllt, dass er „nach dem Ejakulieren immer weinen muss“. Oder Lynette, die ihre drei Jungs einfach mal am Straßenrand aussetzt, um sie nicht schlagen zu müssen.

Lisa Ortgies, 39,

moderiert seit 1997 die WDR-Sendung „frauTV“. Vor ihrer Fernsehkarriere hat sie für Magazine wie „Geo Saison“, „Brigitte“ und „Max“ geschrieben.

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