Medien : Brecht statt Bohlen

Axel Bulthaupt verlässt „Brisant“, um sich Anspruchsvollem zu widmen

Merlind Theile

Zehn Jahre sind genug: Pünktlich zum Jubiläum gibt Axel Bulthaupt am Jahresende die Moderation des ARD-Boulevardmagazins „Brisant“ ab. Noch vor wenigen Wochen hatte Bulthaupt, dessen Vertrag Ende 2003 ausläuft, eine Verlängerung für möglich gehalten. Doch am Donnerstag erklärte der 37-Jährige: „Nach zehn Jahren ,Brisant’ ist es für mich einfach an der Zeit, neue Arbeitsschwerpunkte zu suchen.“ Sein Nachfolger steht noch nicht fest, die Moderatorinnen Griseldis Wenner und Ines Krüger bleiben.

Mit schlechter Stimmung hinter den Kulissen habe Bulthaupts Entscheidung nichts zu tun, versicherte MDR-Sprecherin Birthe Gogarten. Und auch Bulthaupt selbst lobt die „außergewöhnlich gute und menschlich sehr angenehme Zusammenarbeit mit den Kollegen“. Insofern falle der Abschied von „Brisant“ schwer. Inhaltlich hätten sich aber Ermüdungserscheinungen eingestellt: „Wenn man zum 50. Mal einen Bohlen-Beitrag oder eine Tiergeschichte anmoderieren muss, fängt es an zu langweilen“, sagt Bulthaupt.

Künftig will sich der „Brisant“-Pionier, der das Boulevardmagazin seit Januar 1994 moderiert, „wieder verstärkt auf das konzentrieren, was ich mal studiert habe“ – Literatur und Geschichte. Ab Anfang Dezember sendet der MDR drei Folgen seiner neuen Doku- Reihe „Expedition Bulthaupt“, die sich mit archäologischen Entdeckungen in Mitteldeutschland befasst.

Will Bulthaupt mit dem Abschied vom Boulevard einen Imagewechsel erreichen? „Ich werde weiter Unterhaltungssendungen moderieren“, sagt er dazu, etwa die Überraschungsshow „Sonntag!“, deren nächste Ausgabe der MDR am 26. Oktober sendet. Aber die Moderation des Grand-Prix-Vorentscheids hat er nach sechs Jahren aufgegeben. „So eine Jubelveranstaltung ist nicht mehr mein Ding.“

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