• Christian Ulmen im zweiten Weimar-"Tatort": „Wir geben uns immer wieder das Jawort“

Christian Ulmen im zweiten Weimar-"Tatort" : „Wir geben uns immer wieder das Jawort“

Der "Irre Iwan" ist der zweite "Tatort" mit Christian Ulmen. Er ist überreich an verdrehten Wendungen. So wie die Karriere des Schauspielers.

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Christian Ulmen ist Lessing. Der zweite Weimar-"Tatort" heißt der "Irre Iwan".
Christian Ulmen ist Lessing. Der zweite Weimar-"Tatort" heißt der "Irre Iwan".Foto: MDR

Wer die Handlung des an wirren Wendungen überreichen „Tatorts“ nach der Ausstrahlung am Neujahrstag nacherzählen kann, verdient uneingeschränkte Bewunderung. Der „Irre Iwan“ ist der zweite „Tatort“, der in Weimar spielt. Er ist eine Twist-Krimikomödie, wie es schon der Erstling „Die Fette Hoppe“ war. Als Ermittler treten erneut an: Nora Tschirner als Kira Dorn, Christian Ulmen als Lessing.

Beide Schauspieler halten sich bedeckt, ob es einen dritten Weimar-„Tatort“ geben wird: die Quoten, der MDR, die Termine … Ulmen sagt: „Wir geben uns immer wieder erneut das Jawort.“ Er meint: Schau mer mal, dann drehen wir schon. Der 39-jährige Ulmen, geboren in Neuwied am Rhein und aufgewachsen in Hamburg, ist vom „Tatort“-Engagement nicht abhängig. Er ist Schauspieler, er war Autor und Moderator, ehe er Produzent wurde. Ganz früh schon, 1988, fing er an, für Radio Hamburg, Radio 107 und den Offenen Kanal Beiträge zu schreiben und zu moderieren. Das brachte ihn zur Kindersendung „Disney & Co.“ bei RTL, zu MTV nach London, zu Radio Fritz, von 2000 bis 2003 präsentierte er die Show „MTV Unter Ulmen“. Ein Theologiestudium hatte er nie begonnen. In seiner Anarchophase wählte Ulmen eine Schrankwand als Moderationspartner oder stellte sich Menschen als in deren Garten gelandeter Astronaut vor. Er wollte „Situationen schaffen, die den alltagsroutinierten Geist überfordern“.

Ulmen und Tschirner sind vom "Tatort" nicht abhängig

Zwei Linien waren gezogen, auf denen er sich weiterbewegte. „MTV Unter Ulmen“ hatte er selber produziert, die Trashfiguren-Schauspielerei tauschte er 2003 gegen die Großkunst ein: Er spielte den Kiezkellner „Herr Lehmann“ in der Verfilmung von Sven Regeners Roman. In der doppelbödig-skurrilen Komik wuchsen Vorlage und Darstellung zusammen. Weitere Rollen wie in den „Elementarteilchen“ folgten, aktuell läuft im Kino die Komödie „Alles ist Liebe“.

Schauspielerei ist das eine, das Produzieren mit eigener „Ulmen Television GmbH“ das andere. Shows und Serien werden gefertigt, „Uwe Wöllner will’s wissen“ oder „Mann/Frau“ heißen sie, Freund Benjamin von Stuckrad-Barre kommt dabei auch in Arbeit und Brot. Ulmen bleibt nie stehen, er gehört zur Kaste der Internet-TV-Pioniere. Die Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes ist seine zweite Ehefrau, zur Familie gehört eine Tochter, einen Sohn hatte Christian Ulmen schon davor. Er ist großer Fan von Hertha BSC. Joachim Huber

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