Medien : Das Glas ist halb voll

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DAS SPIEL IST AUS!

Ach, man will ja auch nicht immer so ein Stinkstiefel sein, so ein Nörgler, der alles doof findet und ständig an der Welt und den Verhältnissen herummäkelt.

Ist denn wirklich immer alles so schlecht, wie es scheint? Steckt nicht am Ende doch sehr viel Schönes hinter den Dingen? Und vor allem: Wird man selber nicht langsam seltsam, wenn man nur kritisiert und auf die Fehler der anderen hinweist? Das Spiel der Deutschen am Samstag zum Beispiel: Man könnte, ohne rot zu werden, doch einfach mal behaupten, dass in der Schlichtheit eine Menge Eleganz steckte; alles Überflüssige ließen unsere Jungs weg, sogar überflüssige Tore; was braucht es mehr, als eines zu schießen und keines zu kassieren? Eben. Tadellos dann auch die Leistung von Heribert Faßbender. Gut, der Mann verwechselt dann und wann die n der Spieler, aber passiert das nicht auch den besten unter uns, wenn wir ein Spiel im Fernsehen sehen? Und das Freistoß-Tor, das Faßbender erkannt hat, das am Ende aber keines war; wer kann dem Reporter diesen Wunsch übel nehmen? Nein, es war alles sehr fein am Wochenende, auch am Montag, als die USA Mexiko schlugen.

Aber das Tollste, Schönste, Beste kam dann: Wolf-Dieter Poschmann am Potsdamer Platz, plauderte mal hier mit Jean-Marie Pfaff, mal dort mit Christian Sackewitz (wer kennt ihn nicht!?), und das alles ohne Otto Rehhagel, der hatte wohl frei, hoffentlich für immer. Poschmann wirkte wie erlöst, als er zu René Hiepen und Jürgen Klinsmann abgab, die im Stadion waren, zum Spiel Brasilien gegen Belgien. Die belgische Mannschaft boykottierte in den letzten Tagen die Journalisten, denn ein Kollege hatte Böses über sie geschrieben, von Lagerkoller war zu lesen.

„Natürlich geht man sich auf den Keks“, wusste Klinsmann zu berichten. „Natürlich kracht es auch schon mal.“ Er erzählte das, wie sonst?, mit einem Lächeln, und René Hiepen sagte dann noch: „Es ist doch nur Sport.“ Sehr gut recherchiert. Matthias Kalle

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