Medien : Das Herz des Boxers

Thilo Wydra

Eine deutsche Rocky-Geschichte: Daniel Brühl als Amateurboxer Marko Stemper. Der lebt am grauen Rand von Duisburg. Die Eltern Sozialhilfeempfänger, der Vater (Jochen Nickel) gewalttätig. Die Schule hat Marko abgebrochen, er verdient sein Geld mit Fensterputzen. Als er das Angebot eines Herrn Hermsbach (Manfred Zapatka) bekommt, bei ihm im Profi-Verein anzufangen, nimmt er an und gerät in eine zwielichtige Welt, in der er Geld eintreiben und tagsüber hart trainieren muss. Bis sein erster Kampf kommt…

„Elefantenherz“ ist das Spielfilm-Debüt des jungen Regisseurs Züli Aladag. Aladag, der zusammen mit Jörg Tensing das Drehbuch schrieb, geht diesem Marko nach, der sich Profibox-Milieu bewähren muss, einer Zwischenwelt zwischen Schein und Sein, in der vieles nur Behauptung ist.

Doch gerät Aladag die Welt der Boxer ein wenig zum Klischee: die Vorstadtbauten, die Schlägertypen, mit dem Marko Geld einzutreiben und Schläge auszuteilen hat, die Familienstrukturen, in denen gesoffen, geschrieen und geschlagen wird. Das sind alles leicht stereotype Vorstellungen, die dem Film etwas Abbruch tun. Was schade ist, denn Brühl und Zapatka sind in ihren Momenten, diesen kleinen Kammerspielen zwischen dem Vater und dem Ziehsohn, sehr sehenswert.

„Elefantenherz“: ARD, 23 Uhr 05

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