Medien : Das Kohl-Deutsch kehrt zurück

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Herr Schnibben, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien besonders geärgert?

Als ich am Mittwochabend Harald Schmidt sah, habe ich mich darüber geärgert, ihn so lange nicht gesehen zu haben.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Am Dienstagabend die ZDF-Dokumentation über Angela Merkel war dann besonders gut, wenn die Kandidatin das lange vermisste Kohl-Deutsch sprach: „Ich war eine aufrechte Bürgerin, die sich morgens sehr gut im Spiegel angucken konnte. – Ich habe mich immer gewehrt, mir irgendetwas anzuziehen, was ich als nicht angemessen empfunden hätte. – Ich glaube, dass der Verlauf des Lebens es nicht ermöglicht hat, es war keine bewusste Entscheidung gegen Kinder. – Wir haben über Jahre die Fähigkeit entwickelt, über Telefon die Dinge direkt zu besprechen (über Stoiber). – Wir gucken einmal fröhlich in die Kameras, wir geben aber keine Interviews (ihren Mann zurechtweisend). – Dieser Wechsel von Bäumen, Wiesen, Blumen, Wasser, das ist eben das, was mir in Fleisch und Blut übergegangen ist.“ Meine Hoffnung: Wenn Merkel regiert, wird Schmidt keine Sommerpause mehr machen können. Mein Rat: Wählt CDU!

Cordt Schnibben, Jahrgang 1952, ist Ressortleiter Gesellschaft beim „Spiegel“. Als Autor hat er den Kisch-, den Grimme- und den Theodor-Wolff-Preis gewonnen.

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