Medien : Der Castor als Krimi-Kulisse

Simone Leinkauf

Gut bewacht rollte Anfang Mai ein Castor-Transport durch Brandenburg. Seit die Atomtransporte zur Wiederaufarbeitung im Ausland nach mehrjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden sind, flammt auch die Diskussion um die Gefahren solcher Transporte erneut auf. Der hochradioaktive Restmüll aus der Wiederaufarbeitung wird in das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben gebracht. Und wie seit Jahren gewohnt, werden die Transporte der Castor-Behälter von protestierenden Menschen begleitet.

Diesmal war auch ein Kamerateam vor Ort, das die ersten Szenen für einen Krimi drehte, bevor es überhaupt eine geschriebene Geschichte gab. Für den "Polizeiruf 110 - Angst", der heute um 20 Uhr 15 in der ARD gezeigt wird, hat Drehbuchautor Stefan Kolditz aus aktuellem Anlass einen Castor-Transport mit einer fiktiven Geschichte verbunden. Einer Geschichte, die die Gefährdung der Bevölkerung durch die Transporte dokumentiert und deutlich macht, dass man aus der Presse nicht immer die ganze Wahrheit erfährt. Der Film ist kritisch geworden und wird der Atomindustrie kaum gefallen, auch wenn deutlich wird, dass es sich nur um einen Krimi handelt.

Die Brandenburger Hauptkommissarin Wanda Rosenbaum (Jutta Hoffmann) ermittelt nach "Mörderkind" und "Bei Klingelzeichen Mord" in ihrem dritten Fall. Wieder gemeinsam mir Revierpolizist Krause (Horst Krause), ihrem besten Mann. Diesmal gibt es eine Bombendrohung gegen einen Castor, der durch Brandenburg rollt. Kommt sie von den Kernkraftgegnern? Oder von einem ganz normalen Kriminellen, der Geld erpressen will? Der Fall geht der Kommissarin Rosenbaum in doppelter Hinsicht nahe. Wanda Rosenbaum plagt sich einerseits mit der arroganten Einsatzleiterin des Castor-Transportes herum und muss sich andererseits damit abfinden, dass ihre Tochter Annette als Aktivistin unter den Anti-Atomkraft-Demonstranten zu finden ist.

Dem Regisseur Manuel Siebenmann ist ein atmosphärisch dichter Krimi gelungen. So spannend kann Fernsehen aus Brandenburg sein.

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