Medien : Der direkte Draht

Bilder mailen, telefonieren, gemeinsam arbeiten – Messenger sind perfekte Kommunikationswerkzeuge

Kurt Sagatz

Sie sind die perfekten Werkzeuge zum Kommunizieren im Internet. Mit den so genannten Instant Messengern – die bekanntesten stammen von Microsofts MSN, Yahoo, AOL oder ICQ – kann ein direkter Draht zwischen zwei oder mehr Personen aufgebaut werden, nicht nur per Tastaturchat, sondern auch per Mikrofon oder Webcam. Sie taugen zum Mailen, zum Austausch von Daten wie Fotos oder Musik und man kann sogar gemeinsam Dokumente wie eine Powerpoint-Präsentation bearbeiten. Das Messenger-Programm sagt einem zudem, welche Freunde oder Bekannte gerade online sind. Das deutsche Internet-Unternehmen ComBots aus Karlsruhe hat mit der gleichnamigen Software nun sogar ein Messenger-Programm entwickelt, das zudem noch einfach zu bedienen ist (siehe Kasten). Einen Haken haben die Messenger allerdings: Es gibt keine allgemein verbindlichen Standards und nur wenige Kooperationen, aber dennoch viele gute Gründe, sich mit den Kommunikationstools näher zu beschäftigen.

NUR AUF EINLADUNG

Der größte Unterschied zu den Mail-Programmen besteht darin, dass man nur zu Personen eine Verbindung aufnehmen kann, die zuvor zugestimmt und zudem das gleiche Messenger-Programm installiert haben. Spam-Mails von Unbekannten oder andere unangenehme Belästigungen werden damit ausgeschlossen. Das Verfahren funktioniert so: Nach der Installation des ausgewählten Messenger-Programms muss man sich bei dem jeweiligen Dienst anmelden und sich dabei einen Namen geben, den die anderen Nutzer in ihren Programmen sehen. Danach werden mit Hilfe des Messengers entweder Einladungen an andere Nutzer verschickt oder man nimmt Einladungen von anderen an. Von nun an kann man mit den Personen auf der Freundes- oder Bekanntenliste auf die unterschiedlichsten Arten kommunizieren. Mit Ausnahme des Newcomers ComBots sind die Messenger dauerhaft kostenlos.

CHATTEN STATT MAILEN

Ihren Ursprung haben die Messenger als Programme, mit denen im direkten Kontakt kommuniziert wird. Man sieht nach, welcher Kontakt in seiner Freundesliste online ist und fordert ihn zum Chat auf. In der modernen Variante der Messenger muss man sich dabei nicht ausschließlich per Tastatur unterhalten, man kann das Gespräch auch genauso am Mikrofon oder sogar per Bild mit einer Webcam führen. Damit sind die Messenger zugleich eine Alternative zu den Internet-Telefonlösungen. Allerdings ist es sinnvoll, über eine schnelle DSL-Internetverbindung und am besten auch über eine Internet-Flatrate zu verfügen. Da Messenger-Programme wie der MSN Messenger vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt sind, können die Tastaturchats durch zahlreiche Emoticons oder andere Animationen aufgepeppt werden. Ist der Adressat gerade nicht online, kann mit dem Messenger auch das Mailprogramm aufgerufen werden.

SCHNELL UND SICHER DATEN TAUSCHEN

Wenngleich weniger stark genutzt, eignen sich die Messenger-Programme zudem für den unkomplizierten und sicheren Austausch von Daten – beispielsweise den aktuellen Urlaubsfotos, aber auch nüchternen Word-Dateien. Dazu wird beim MSN Messenger eine Kontaktperson aus der Liste angeklickt und mit der rechten Maustaste die Funktion „Andere senden“ ausgewählt, wobei dies bei MSN nur funktioniert, wenn der Adressat online ist. Beim neuen Combots-Programm soll das – was ja auch sinnvoll ist – auch mit Personen funktionieren, die gerade nicht im Internet sind.

GEMEINSAM SPIELEN UND ARBEITEN

Beim gemeinsamen Spielen und Arbeiten ist es hingegen selbstverständlich, dass dabei alle Teilnehmer gleichzeitig online sein müssen. Ansonsten gilt das gleiche Prinzip: Person bestimmen, Funktion über die rechte Maustaste auswählen, um dann beispielsweise gegeneinander Mühle zu spielen oder gemeinsam an einer Firmenpräsentation zu arbeiten.

WELCHES PROGRAMM IST BESSER?

Die Funktionsvielfalt ist nicht entscheidend, da sich die Programme hierbei kaum unterscheiden. Gibt es im Familien- oder Freundeskreis noch keine Festlegung, sollte man die Programme ausprobieren, um dann zu entscheiden. Wichtig ist: Man muss zwar nicht jedes der häufigen Programmupdates mitmachen, ändert sich jedoch die Versionsnummer (die Zahl vor dem Punkt), so ist ein Wechsel unbedingt zu empfehlen. Ob man auch Beta-Versionen nutzt – Microsoft verabschiedet sich gerade vom MSN Messenger zu Gunsten des Windows Live Messenger – hängt vor allem von der Experimentierfreude des Nutzers ab und ist somit eher etwas für Experten. Bei AOL ist die Antwort einfach. Seit gestern gibt es neben den nunmehr kostenlosen E-Mail-Adressen auch einen neuen AOL Instant Messenger unter anderm mit direktem Zugriff auf das AOL Fotocenter und AOL Mails sowie mit verbesserten Videofunktionen.

Hier gibt es die Messenger:

de.msn.com

de.messenger.yahoo.com

www.aol.de/aim

www.icq.com

www.combots.de (ab September)

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