Medien : Der Friseur aus München

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Herr Jebsen, worüber haben Sie sich in den Medien in dieser Woche am meisten gefreut?

Als ich in ein Zimmer mit laufendem Fernseher kam und dort feststellen durfte, dass gerade Olympia ist. Ein Sportler wurde von öffentlich-rechtlichen Reportern befragt. Er selber war kaum zu erkennen, sein Äußeres war über und über von Sponsorenhinweisen bedeckt. Auch die Einspieler kamen nicht ohne Konzernnamen aus. Klasse, dachte ich, endlich ist der olympische Gedanke da angekommen, wo er hingehört und wollte mich setzen. Dann wurde das Interview durch einen Werbeblock unterbrochen.Schade.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich geärgert haben?

Geärgert habe ich mich Sekunden später beim Umschalten auf Pro 7. Es ging um Paris Hilton. Ein mir bis dato unbekannter Friseur aus München sprach über den suboptimalen Zustand ihrer Haare. Paris trägt wieder blond. Schnitt, und weg war der Mann. Da hab ich mich geärgert. Warum hatte man versäumt, den Friseur zu Themen zu befragen wie: Mohammedkarikaturen, Hamas-Demokratie und Iran als Atommacht? Nur weil er nicht Udo Walz heißt?

Ken Jebsen, 39, seit April 2001 moderiert und produziert Jebsen für Radio Fritz die von ihm konzipierte Radioshow „KenFM“.

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