• Der Tag nach der Bombendrohung bei GNTM: Heidi Klum präsentiert Unterwäsche - ProSieben setzt Finale am 28. Mai neu an
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Der Tag nach der Bombendrohung bei GNTM : Heidi Klum präsentiert Unterwäsche - ProSieben setzt Finale am 28. Mai neu an

Das Finale der ProSieben-Sendung "Germany's next Topmodel" wird am 28. Mai wiederholt. Das Finale am Donnerstag wurde wegen einer Bombendrohung abgebrochen. Der Sender weist Kritik am Ablauf der Sendung zurück.

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Die Halle während der Räumung
Die Halle während der RäumungFoto: Uwe Anspach/dpa

Der Termin für den zweiten Anlauf des Finales 2015 von "Germany's next Topmodel" (GNTM) steht fest. Der Privatsender zeigt das Finale am Donnerstag, 28. Mai 2015, zur Prime Time. Ursprünglich war auf diesem Sendeplatz ein Rückblick auf die aktuelle Staffel geplant, wie der Sender am Freitag mitteilte. Aufgrund des kurzen Planungsvorlaufes werde ProSieben "eine andere, neue Form für das Finale wählen als ursprünglich in Mannheim geplant". Konkreter wurden die Verantwortlichen nicht. Sicher ist, dass das neue Finale nicht live ausgetragen wird, der Sender geht jetzt auf Nummer sicher. ProSieben-Geschäftsführer Wolfgang Link sagte, der Sender sei "seinen treuen Zuschauern und den Finalistinnen ein Finale schuldig. Am Donnerstag hatten wir in Abstimmung mit der Polizei leider keine andere Wahl, als das Finale abzubrechen." Link hofft, dass die Polizei den Täter schnell finde.

In der Nacht hatte Heidi Klum bereits getwittert, dass der Abend „leider nicht so zu Ende gegangen“ sei, wie sie es sich gewünscht habe.„Sicherheit geht vor!“, schrieb die 41-Jährige über einem Foto mit den vier Finalistinnen. Dass Klum so leicht durch nichts zu erschüttern ist, zeigte sich am Freitag: Da präsentierte sie im Berliner Kaufhaus "KaDeWe" ihre Wäschekollektion. Fragen zur "Bombennacht" am Donnerstag waren nicht erlaubt.

„Wir sind sehr erleichtert, dass in der Nacht nichts Schlimmes passiert ist“, teilte ProSieben am Freitagmorgen mit. Juror Wolfgang Joop äußerte sich bei Sat.1 bestürzt: „Wir sind erschüttert und traurig, denn wir wollten diesen Abend mit euch feiern.“ In der Show sollte aus vier jungen Frauen zwischen 17 und 19 Jahren zum zehnten Mal „Germany's next Topmodel“ ermittelt werden. Ajsa (18) aus Tübingen (Baden-Württemberg), Anuthida (17) aus Lübeck (Schleswig-Holstein) und Vanessa (18) aus Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) waren gegen 21.30 Uhr noch im Wettbewerb - dann kam der Abbruch der Show „Germany's next Topmodel“.

Die knapp 10 000 Zuschauer in Mannheim wurden kurz nach 21.30 Uhr angewiesen, die SAP Arena zu verlassen. Kurz nach 22.30 Uhr teilte der Sender über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Es gab während des #GNTMFinales eine Bombendrohung. Die #SAP-Arena ist sicher evakuiert worden.“ Ein Sprecher der Polizei Mannheim sagte, die Drohung sei um 21.07 Uhr telefonisch in der Halle eingegangen. Kurz darauf habe man an einer der Garderoben einen verdächtigen Koffer gefunden. Daraufhin habe der Veranstalter die Live-Sendung in Rücksprache mit der Polizei vorsichtshalber beendet, um eine Gefährdung der Besucher auszuschließen.

Später gab es Entwarnung: Der Koffer habe keinen Sprengsatz enthalten, teilte die Polizei mit. Am frühen Freitagmorgen teilten die Einsatzkräfte mit, die gesamte Arena sei nun vollständig durchsucht und keine Bombe gefunden worden. „Der Eigentümer des Koffers ist ermittelt“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Er habe sich bei der Polizei gemeldet. Nähere Angaben wollte der Sprecher nicht machen. Der verdächtige Koffer war gegen Mitternacht noch von Mitarbeitern des Landeskriminalamtes untersucht worden. Anschließend begannen die Beamten die Arena und einige Nebengebäude mit einem Spürhund zu durchsuchen, fanden jedoch zunächst nichts Verdächtiges. Berichte über eine mögliche Festnahme dementierte die Polizei. Mehrere Medien berichteten außerdem, dass die Kandidatinnen der Sendung sowie Moderatorin Heidi Klum bereits 20 Minuten vor der Hallenräumung in Sicherheit gebracht worden seien.

Der Sender hat Kritik am Ablauf der Räumung zurückgewiesen. „Um eine Panik in der Halle zu verhindern, haben wir in Absprache mit dem Krisenstab von einem technischen Defekt gesprochen.
Erst nachdem die Halle evakuiert war, durften wir den wahren Grund nennen“, sagte ein Sendersprecher. „Im Übrigen wurde kein VIP-Bereich zuerst evakuiert. Die Verantwortlichen von ProSieben haben als Letzte die Halle verlassen“, erklärte der Sprecher weiter. Die SAP-Arena war so evakuiert worden, „wie es der Krisenstab aus Polizei und Security vorgegeben hat“.

Die Polizei will nun weiter nach der anonymen Anruferin suchen. Die Ermittlungen würden auf Hochtouren laufen, sagte ein Sprecher der Mannheimer Polizei. Sie sucht mit Hilfe der Telekommunikationsdaten nach der Anruferin. Bisher gibt es laut Polizei keine Anhaltspunkte, wer an dem Abend mit einer Explosion in der Arena drohte. Über Hinweise, dass die viel diskutierte und umstrittene ProSieben-Show möglicherweise im Visier von Kriminellen sein könnte, sei ihm nichts bekannt, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Hallensprecher hatte zunächst technische Probleme als Grund genannt. „Wegen technischer Probleme kann das Top Model Finale heute nicht weiter gesendet werden“, hieß es anfangs auch auf einem Laufband, das der Sender ausstrahlte. Viele Zuschauer ließen beim Verlassen der SAP Arena Jacken und Taschen auf ihren Plätzen zurück. Einige äußerten Unmut darüber, dass die Prominenten angeblich viel früher aus der Halle geführt worden seien - Augenzeugen berichteten von rund 20 Minuten Differenz.
Zahlreiche Mädchen standen nach der Räumung frierend ohne Jacken auf dem Parkplatz. Später wurden sie angewiesen, nach Hause zu gehen. Einige Fans, die rund um der Halle standen, äußerten Unmut über die Evakuierung. Sie hatten den Eindruck, dass die Prominenten um Jurorin Heidi Klum bevorzugt behandelt worden seien.

In der Vergangenheit waren wiederholt Großveranstaltungen aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Dazu zählt etwa das Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ am 1. Mai oder ein Karnevalsumzug in Braunschweig im Februar. Am Samstag steht nun der Privatsender RTL vor einer großen Herausforderung. Das Finale der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" soll von 20.15 Uhr in der ÖVB-Arena live über die Bühne gehen. Es werden laut Sender 11 000 Zuschauer erwartet. RTL-Sprecher Christian Körner sagte dem Tagesspiegel: "Die Finalshow von DSDS findet wie geplant statt. Wir verstärken die Sicherheitsmaßnahmen und sind dazu mit dem eigenen Sicherheitsdienst, dem Hallenbetreiber und der Polizei im Austausch. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir öffentlich nicht weiter ins Detail gehen."

Die abgebrochene Ausgabe von „Germany's next Topmodel“ war das schwächste Finale der ProSieben-Show aller Zeiten. Zum Start der Sendung am Donnerstagabend um 20.15 Uhr hatten 2,24 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 7,6 Prozent) eingeschaltet. Als die Sendung um kurz nach 21.30 Uhr wegen einer Bombendrohung abgebrochen wurde und der Sender einen Film ausstrahlte, waren noch 2,03 Millionen (9,3 Prozent) dabei. .

. (mit dpa/AFP)

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