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Die erste Sendung : DDR-Fernsehen hat die Nase vorn

21.12.2012 00:00 Uhr

Die Mattscheibe war schwarz, der Wettlauf um das erste Fernsehbild längst im Gange. Im Frühjahr 1950 bezogen DDR-Techniker eine Baracke in Berlin-Adlershof, in Hamburg experimentierte der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) mit TV-Technik. Zwei Jahre später konnten die Zuschauer diesseits und jenseits der Grenze die ersten Bilder sehen. Zur Weihnachtszeit 1952, im Abstand von wenigen Tagen, starteten beide Systeme. Es war ein Rennen um das erste Testbild. Zum 73. Geburtstag von Josef Stalin ging das DDR-Fernsehen am 21. Dezember 1952 mit einem Versuchsprogramm auf Sendung. Vier Tage später strahlte der NWDR eine erste Testreihe aus und begann am ersten Weihnachtsfeiertag mit dem regulärem Angebot.

Einen Tag später läutete der erste Gong für die „Tagesschau“.

Bei den Ostdeutschen ging das Versuchsprogramm bis Ende 1955. Am 2. Januar 1956 startete der Deutsche Fernsehfunk (DFF). Mit dem Namen wollte die DDR den Anspruch auf ein gesamtdeutsches Programm untermauern. Das Programm ging von acht bis zehn Uhr abends und bot die „Aktuelle Kamera“. Lediglich 60 Berliner konnten die Bilder empfangen. Westfernsehen war tabu: Die sowjetischen Geräte waren so eingestellt, dass nur ein Programm zu empfangen war.

Auch im Westen war der Start alles andere als rasant. Vor 2000 angemeldeten TV-Geräten lief das erste Westprogramm an. Danach wurden die Fernsehspiele „Stille Nacht“ und „Max und Moritz“ live im Studio aufgeführt. Um 21 Uhr 58 war Schluss und Irene Koss, erste Ansagerin im westdeutschen Nachkriegsfernsehen, gab zu Protokoll: „Wir sehen uns morgen wieder.“ Am 1. April 1963 nahm das ZDF seinen Sendebetrieb auf, 1964 starteten die dritten Programme der ARD. Mit der Einführung des Farbfernsehens im August 1967 zeigte sich, wie tief der Graben zwischen beiden deutschen Staaten gezogen war: Während in der Bundesrepublik das PAL-Farbsystem umgesetzt wurde, entschied man sich in der DDR für die Secam-Methode. Wer im Westen Ost-Fernsehen gucken wollte, empfing die Sendungen weiterhin nur schwarzweiß. Esteban Engel (dpa)

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