DIE KIRCHEN IM NETZ : DIE KIRCHEN IM NETZ

Als Papst Benedikt XVI. seinen ersten Tweet veröffentlichte, ging die Nachricht um die Welt: Ein Papst, der twittert, war für viele Zeitgenossen immer noch unvorstellbar. Dabei sind die beiden großen Kirchen längst im weltweiten Datennetz zu Hause.

Ganz in einem edlen Marmorton gehalten, informiert die Homepage des Vatikan, www.vatican.va, über Ansprachen und Predigten, über Enzykliken und Termine des katholischen Kirchenoberhaupts. Und unter www.dbk.de sind Informationen über die katholische Kirche in Deutschland zu bekommen. In nüchternem protestantischen Weiß kommt dagegen die Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland daher, www.ekd.de: Auch hier gibt es einen Nachrichtenticker, Informationen über den Glauben und die Predigten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider.

Über das kirchliche Leben in Berlin und Brandenburg informieren dagegen die Homepages der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, www.ekbo.de, und des katholischen Erzbistums Berlin, www.erzbistumberlin.de. Und viele Kirchen und Gemeinden, etwa der Berliner Dom (www.berlinerdom.de) und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (www.gedächtniskirche.com), haben daneben ihre eigenen Websites, auf denen sie über Termine und Veranstaltungen informieren.

Einen Schritt weiter zu mehr Interaktivität sind andere Landeskirchen und Bistümer gegangen: Dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner etwa können Internetnutzer unter www.direktzu.kardinal-meisner.de Fragen stellen. Die von den meisten Usern favorisierte Frage beantwortet der Theologe dann auf seiner Seite. Sein evangelischer Amtskollege, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, ist unter die Blogger gegangen: Zusammen mit Mitgliedern seiner Kirchenleitung schreibt Rekowski unter praesesblog.ekir.de, während der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Kölner katholische Weihbischof Dominikus Schwaderlapp vor allem im sozialen Netzwerk Facebook aktiv sind.

Eine Unsitte unter den Protestanten sind dagegen die teils lächerlichen Internetabkürzungen, unter denen sich Gemeinden und Kirchen in den Anfangstagen des weltweiten Datennetzes im Internet registrieren ließen. So findet sich unter www.evlka.de etwa die Website der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Warum? Weil „evlka“ ausgeschrieben „Evangelisches Landeskirchenamt“ bedeuten soll. Und aus demselben Grund findet sich der Berliner Evangelische Kirchenkreis Wilmersdorf unter der eher rätselhaften Adresse www.evkiwi.de im Internet.

Leichter zu finden sind da die großen kirchlichen Sozialverbände: Die Diakonie vermarktet ihre Angebote ganz klassisch unter www.diakonie.de, wobei sich der regionale Landesverband, das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz unter www.diakonie-portal.de im Internet präsentiert. Und die katholische Caritas hat sich selbstverständlich als www.caritas.de registrieren lassen.

Gut zu finden sind in der Regel auch die Internetpräsenzen kirchlicher Medien: Die von den Kirchen unterstützten Internetportale www.evangelisch.de und www.katholisch.de bieten Nachrichten und Informationen rund um die Kirchenszene in Deutschland. Eine lebendige Community und ein aktuelles christliches Nachrichtenportal findet sich auch auf www.jesus.de, einer Seite, die vom freikirchlichen Bundesverlag betrieben wird. Auch die klassischen Kirchenzeitungen und Bistumsblätter sind im Internet zu finden, etwa unter www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de, www.evangelische-zeitung-niedersachsen.de oder www.katholische-sonntagszeitung.de.

Doch es sind nicht nur die großen kirchlichen Player, die im Internet zu finden sind. Immer wieder kommen neue Webseiten von Gemeinden, Kirchenkreisen und Dekanaten, Hilfswerken und Projekten hinzu. Die jeweils besten Seiten werden jährlich mit dem „Webfish“, dem evangelischen Internetpreis, prämiert. Zu den Wettbewerbsbeiträgen, für die unter www.webfish.de abgestimmt werden kann, zählen auch der Blog von Alexander Ebel und seiner Kollegin Mechthild Werner, blog.evkirchepfalz.de, und die Seite des Campus Daniel aus Berlin-Wilmersdorf, die unter www.campus-daniel.de über das geplante Bildungszentrum für alle Generationen auf dem Gelände der Wilmersdorfer Daniel-Gemeinde informiert.

Und noch einen zweiten Wettbewerb gibt es zurzeit im Internet: Unter www.chrismon.evangelisch.de/gemeinde 2013 sucht das evangelische Magazin „Chrismon“ die Gemeinde des Jahres 2013. Zu den derzeit am besten platzierten Kirchengemeinden gehören auch Gemeinden aus der Region: Die Evangelische Auferstehungskirchengemeinde Kleinmachnow, die Kirchengemeinde im brandenburgischen Brück und die Charlottenburger Kirchengemeinde Neu-Westend hoffen im Netz auf die Stimmen der Unterstützer für den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis.

Benjamin Lassiwe

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