Medien : „Die RAF“ – Lebensthema für Aust

Joachim Huber

Der Deutsche Herbst liegt 30 Jahre zurück. Aber doch nicht so weit, als dass Stefan Aust die Zeit nicht doch knapp würde. Der Norddeutsche Rundfunk jedenfalls teilte mit, dass an der zweiteiligen Dokumentation „Die RAF“ von „Spiegel“-Chefredakteur Aust und Helmar Büchel bis Sekunden vor der Ausstrahlung heute um 21 Uhr 45 in der ARD gearbeitet, getextet, geschnitten werde. Teil zwei der gemeinsamen Arbeit von Aust und Helmar Büchel, Autor des preisgekrönten Films „In Gottes Namen – Die Rekruten des Heiligen Krieges“, folgt am Montag.

Die Just-in-Time-Produktion bedeutet, dass es die kompletten 180 Minuten vorab nicht zu sehen gab. Es lässt sich deshalb noch nicht abschließend behaupten, ob der Zweiteiler das Hauptstück des deutschen Fernsehens zur „Roten Armee-Fraktion“ darstellt. Man darf es annehmen, denn Aust hat sich über sein Standardwerk „Der Baader Meinhof Komplex“ hinaus in Wort und Bild zum Thema geäußert, als Publizist, als Filmemacher und als Zeitzeuge. Wahrscheinlich ist dieses Thema das Lebensthema von Stefan Aust.

Der neue „Spiegel“ wird dem Deutschen Herbst quasi ein Sonderheft ausstellen. Im Interview, das sich im Presseheft zur 180-minütigen „RAF“-Dokumentation findet, sagt Aust: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Herbst ’77 für die Deutschen ein ähnlich bleibendes Ereignis geworden ist wie der 11. September für die Amerikaner.“ Eine derartige Fallhöhe rechtfertigt jede mediale Anstrengung. Und da soll „Spiegel-TV“, bei RTL am Sonntag im Programm, aufs nämliche Thema verzichten? Aust ist Herausgeber von „Spiegel-TV“.

Der nächste Doppelschlag dann am Montag. Um 20 Uhr 15, läuft im Ersten der zweite Teil der „RAF“, ehe dann um 22 Uhr 45 Reinhold Beckmann zum Talk bittet. Ein Gast ist Jörg Schleyer, jüngster Sohn von Hanns Martin Schleyer, ein zweiter der frühere BND-Chef August Hanning, der dritte Gast ist Stefan Aust, hier als Experte geladen.

Der 30. Jahrestag des Deutschen Herbstes ist das Wochenende des Stefan Aust. Joachim Huber

„Die RAF“, ARD, heute, 21 Uhr 45, Montag, 20 Uhr 15

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