Medien : Die Wissens-Show: Studieren im Fernsehsessel

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Gentechnologie, Bioinformatik, Sterndeutung: in der Glotze gibt es Erklärungen für alle Rätsel der Welt. Statt an der Uni kann man heute im Fernsehsessel studieren, die Programmzeitschrift mutiert zum Vorlesungsverzeichnis. Freunde der trockenen Präsentation hocken sich vor das Schulfernsehen der Dritten: Eine Tafel mit dem Satz des Pythagoras wird ins Bild geschoben; dass der Lehrer wenig telegen ist, stört nicht weiter, weil er sowieso hinter dicken Brillengläsern verschwindet. Und wie war das noch mit dem Quadrat über der Hypotenuse? Nur Hardcore-Hobbywissenschaftler halten hier durch.

Wer nachmittags keine Zeit hat, kann es mit dem wissenschaftlichen Abendprogramm versuchen. Am seriösesten ist es bei Joachim Bublath vom Zweiten. Der durfte im letzten Jahr sogar mal live ran, als er die Sonnenfinsternis erklären musste. Bei "Abenteuer Forschung" löst Joachim Bublath die Rätsel des Seins. Er steht neben schicken Modellen und erklärt in komplizierten Sätzen, wie die Teilchen beim Urknall rumgeflogen sind. Das kann für Nicht-Astrophysiker ganz schön anstrengend sein. Aber zum Glück gibt es die Begleitbücher zur Sendung.

Wer Theorie nicht mag, schaltet zum WDR. Bei "Quarks & Co." experimentiert der Moderator sogar mit Knallgas: Peng! Das freut Enkel und Oma. Bei "Einsteins Erben" auf B 1 wird dagegen klassische Magazin-Kost serviert, gewürzt mit Original-Beiträgen von Berliner Mathematikern.

Reißerischer geht es bei den Privaten zu. Bei "Galileo" auf Pro 7 steht der "Untergang der Titanic" oder der "Absturz der Hindenburg" auf dem Programm. Immer beliebter wird das Thema "Klonen von Menschen". Hier sind die Beiträge mit spannender Musik unterlegt - damit sich die Werbekunden nicht langweilen. Wer danach selbst zum Forscher werden will, kann bei "Big Brother" und "Expedition Robinson" eigene sozialwissenschaftliche Studien betreiben.

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