Huawei-Smartphone im Test : Ist das Nexus 6P ein iPhone-Killer?

Mit dem Google-Smartphone Nexus 6P gibt es einen neuen Herausforderer für Apples iPhone 6S Plus. So hat sich das Handy von Huawei geschlagen.

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Das von Huawei produzierte Smartphone Nexus 6P ist ein direkter Konkurrent von Apples iPhone 6S Plus.
Das von Huawei produzierte Smartphone Nexus 6P ist ein direkter Konkurrent von Apples iPhone 6S Plus.Foto: Promo

Was haben Marshmallows mit Schokolade zu tun? Normalerweise nur dann etwas, wenn man die Schaumsüßigkeit in einen Schokobrunnen taucht, doch beim neuen Google-Handy Nexus 6P mit der neuen Android-Version 6.0 Marshmallow gibt es noch eine andere, weniger nette Verbindung. Das von Huawei hergestellte Smartphone mit seinem großen Display mag es nicht, wenn zu viel Druck auf die Rückseite ausgeübt wird. Dann kann es zum so genannten Bendgate kommen. Anders gesagt: Weil auf Höhe des Ausschalters im Innern zwischen Akku und Prozessorplatine ein Spalt besteht, kann der dünne Aluminiumrahmen zu großem Druck nicht standhalten, so dass das Smartphone dann ähnlich einer Schokoladentafel brechen kann – wie ein amerikanischer Produktester in einem Internetvideo eindrucksvoll beweist. Was der Betreiber von JerryRigEverything aber auch sagt: Ansonsten ist das Nexus 6P ein wirklich gelungenes Handy.

Google bringt in diesem Jahr zwei Nexus-Smartphones heraus: Das Nexus 5X mit 5,2-Zoll-Bildschirm und das 6P mit wuchtigen 5,7-Zoll- Display. Nexus-Geräte werden grundsätzlich mit einem unverändertem Android ausgeliefert. Updates und neue Funktionen können für diese Geräte ohne Verzögerungen bereitgestellt werden. Ein echtes Plus. Das Nexus 6P mit Android 6.0 glänzt zudem mit sehr guter Technik: Der Acht-Kern-Prozessor bringt die Anwendungen auf Trab, trotzdem hält der Akku im Videomodus fast zehn Stunden und im Alltagsbetrieb anderthalb Tage durch. Die Bildschirmauflösung liegt weit über HD-Standard und die neue 13-Megapixel-Kamera kommt auch mit weniger Licht gut zurecht. Die Frontlautsprecher sind erstaunlich volltönend. Zwei Details machen das 6P zu etwas Besonderem: Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite arbeitet so flott und zuverlässig, dass das Entsperren zum Vergnügen wird. Und mit dem neuen USB-Stecker-Typ C, der beidseitig passt, wird das Aufladen beschleunigt – allerdings nur mit dem richtigen Kabel.

Für einen iPhone-Killer ist es zu teuer

Viele Hersteller haben sich schon daran versucht, einen iPhone-Killer zusammenzubauen. Mit mäßigem Erfolg. Seit der Einführung der 6er-Modellen mit größeren Displays werden besonders viele iPhones verkauft. Das Nexus 6P wird dem iPhone 6s Plus ebenfalls nicht den Rang ablaufen. Nicht weil es unter unglücklichen Umständen zum Bruch kommen kann oder weil die verbaute Technik schlechter wäre. Der Grund ist simpler: Für einen iPhone-Killer kostet es zu viel. Bei einem Preis von 700 Euro für das Modell mit 64 Gigabyte Speicher ist der Abstand zum vergleichbaren iPhone 6s Plus nicht groß genug und das Samsung Galaxy S6 kostet nur 550 Euro. Unser Fazit: Das Nexus 6P ist es insgesamt gelungenes Smartphone mit besonders großem Display, mit dem der Käufer nichts falsch macht. Die Gefahr des Bendgate ist zudem eher theoretischer Natur. Abwertend wirkt darum vor allem der Preis. Wir geben dem neuen Google-Handy 7 von 10 Punkten.

Das Nexus 6P kann derzeit im Play Store von Google gekauft werden. (Aktualisierung: Noch kann das 6P nicht einmal im Google-Store gekauft werden, nach letzten Informationen soll es aber vom 16. November an bestellt werden können. Wir warten ab...)

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