Internet : Youtube statt Fernsehen

Das Internet ist für Jugendliche das wichtigstes Medium. Junge Leute verbringen mittlerweile mehr Zeit im Netz als mit Fernsehen oder Radio.

Wie aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 hervorgeht, sind 14- bis 19-Jährige jeden Tag im Durchschnitt 120 Minuten im Netz. Sie schauen 100 Minuten fern und hören 97 Minuten Radio. Besonders attraktiv für Jugendliche seien Videos im Netz. 92 Prozent rufen danach Videos, zum Beispiel bei YouTube, ab und schauen live oder zeitversetzt Fernsehsendungen im Netz.

Der Internet-Konsum aller Deutschen nahm laut Studie im Schnitt auf täglich 58 Minuten (2007: 54 Minuten) zu. Der Fernseh- und Hörfunkkonsum sei mit täglich 225 Minuten und 186 Minuten stabil geblieben. Damit habe sich das Internet hinter Fernsehen und Hörfunk auf Platz drei der tagesaktuellen Medien fest etabliert. Insgesamt waren 65,8 Prozent (42,7 Millionen) der Erwachsenen online. Während unter den 14- bis 29-Jährigen inzwischen nahezu jeder (96 Prozent) Zugang zum Internet hat, liegt die Internet-Verbreitung bei den 30- bis 49-Jährigen bei 83 Prozent und bei den 50- bis 59-Jährigen bei 66 Prozent. Die höchsten Zuwachsraten (plus 11 Prozent) weisen weiterhin die 60- bis 79-Jährigen auf, von denen inzwischen 29 Prozent im Netz aktiv sind. Die Mehrheit nutzt das Internet vor allem zur Informationsbeschaffung: Für 62 Prozent der Nutzer steht der Informationsabruf an erster Stelle, 19 Prozent nennen als primären Nutzungsgrund die Unterhaltungsangebote im Netz. So ruft rund die Hälfte aller Onliner mindestens einmal wöchentlich Nachrichten und Informationen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Sport ab.

Der Intendant des ZDF, Markus Schächter, verwies mit den Studienergebnissen auf den Nutzen der Mediatheken. „Die Nutzungsgewohnheiten, insbesondere die der jüngeren Zuschauer, befinden sich im Wandel. Ohne ein attraktives Online-Angebot wird das ZDF jüngere Zuschauer mittelfristig nicht mehr erreichen können.“ Hintergrund sind auch die Streitigkeiten mit Privatsendern und Verlegern über den Ausbau öffentlich-rechtlicher Angebote im Internet. dpa/Tsp

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