Sensation! 2.0 : Ein Herz für Enten

Ein Thema, vier Wörter, fünf Minuten Zeit - das waren die Vorgaben bei Sensation!, dem Zeitungsspiel von Tagesspiegel Online. Der Nachfolger, Sensation! 2.0, setzt Fantasie und Kreativität fast keine Grenzen mehr.

Achim Fehrenbach

Zeitungsenten gehören bei Journalisten zu den unbeliebtesten Tieren. Obwohl bis heute nicht abschließend geklärt ist, woher der Begriff stammt, muss diese Tiergattung bis heute für jede Art von nachrichtlicher Falschmeldung herhalten. Dass die Enten ihr schlechtes Image zu Unrecht tragen, beweist jedoch täglich das Zeitungsspiel von Tagesspiegel Online.

In Sensation!, so der Titel des Spiels, kann jeder nach Lust und Laune Meldungen lancieren. Die einzigen Vorgaben sind ein Thema, eine Handvoll zufällig gewählter Stichwörter und ein fester Zeitrahmen, in dem der Autor seine Story schreiben muss. Ziel ist, möglichst weit oben auf den Seiten der virtuellen Sensation!-Zeitung zu landen. Wie weit oben, das entscheiden die Mitspieler mit ihren Bewertungen. Gefragt sind Schnelligkeit, Fantasie und Improvisationstalent.

Am Morgen sind die Seiten von Sensation! noch leer. Im Laufe des Tages füllen sie sich mit Storys, die von den Autoren nahezu im Minutentakt geschrieben werden. In den Ressorts Politik, Berlin, Kultur, Sport, Wissenschaft und Weltspiegel beginnt der Kampf um die Top Story. Redaktionsschluss ist um 18 Uhr. Am nächsten Tag geht das Schreiben dann wieder von vorne los - wie bei einer richtigen Zeitung.

Sensation! 2.0 bringt viele Neuerungen

Sensation! startete am 19. Dezember 2005 und hat seitdem jede Menge höchst amüsanter Zeitungsenten in die Welt gesetzt. Bis zum 27. März diesen Jahres hatten bereits über 1.000 Autoren an dem Spiel teilgenommen. Seit dem 28. März nun ist der Nachfolger Sensation! 2.0 online, das mit einer Vielzahl neuer Schreib-Events aufwartet. Von der 90-Sekunden- bis zur 10-Minuten-Story ist alles dabei.

Für kurzweilige Unterhaltung sorgt zum Beispiel der Wettbewerb "Bauernregel". Die Autoren haben gerade mal 90 Sekunden Zeit, aus einem zufälligen Verb und Substantiv eine Bauernweisheit im Stile von "Kräht der Hahn auf dem Mist ..." zu zimmern. Das Ergebnis sieht in etwa so aus:

Braucht der Bauer Müßiggang, frohlockt er, wenn er trinken kann. Doch lässt die Wirtin ihn dann stehen, ist's um den Müßiggang gescheh'n.
(vorgegeben waren die Wörter "Müßiggang" und "frohlockt")

Den Dichter unter den Autoren erwartet des Nachmittags ein "Limerick"-Event, bei dem zwei Reimworte vorgegeben sind.

Ein Mann aus Berlin fand sich mächtig / Sein Freund sagte: Du bist nur schmächtig / Sie stiegen zum Hügel / und gaben sich Prügel / dann vertrugen sie sich wieder prächtig. (vorgegeben waren "mächtig" und "Hügel")

Wer es tiefgründiger mag, kann "undercover" Skandale enthüllen. Im "Wörter-Wahnsinn" zeigt sich, wer wirklich schnell denken und tippen kann - 15 Wörter in 10 Minuten sind die Vorgabe. Ruhiger geht es dann bei abendlichen Events wie dem "Late Night Writer" zu: Hier hat der Autor ebenfalls 10 Minuten Zeit, aber nur fünf Wortvorgaben. Alle Beiträge, die nach 18 Uhr geschrieben werden, wandern in den sogenannten Stehsatz und erscheinen in der Ausgabe des nächsten Tages.

Die neuen Events erfreuten sich am ersten Tag von Sensation! 2.0 regen Zuspruchs. Bis 16 Uhr wurden bereits 162 Storys geschrieben. Um das Spiel hat sich in den letzten Monaten eine echte Community gebildet, die im Online-Forum rege über Storys diskutiert, Schreibtipps tauscht und an der Verbesserung des Spiels feilt. Auch offline haben sich einige Autoren schon getroffen - in einem Schreib-Workshop, für den bei Sensation! Gutscheine verlost wurden. Die Erfolgsstory von Sensation! geht weiter.

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