Suchmaschinen : Bing: Mit Facebook gegen Google

Der Wettkampf der Suchmaschinen könnte wieder spannend werden. Microsofts Bing plant eine Zusammenarbeit mit Facebook und will so die Suchergebnisse für User relevanter machen.

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Wer ist schneller? Die Suchmaschine Bing (li.), teilt die Erfahrung vieler Konkurrenten: Google ist schon da. -Foto: Promo

Im Milliardengeschäft mit Online-Werbung schlägt Microsoft eine neue Strategie ein, um die Dominanz von Google anzugreifen. Der Windows-Riese verbündet sich mit dem Online-Netzwerk Facebook. Die Idee ist, die Trefferlisten der Microsoft-Suchmaschine Bing mit Informationen von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern bei Facebook zu verknüpfen. Damit sollen die Nutzer schneller für sie persönlich relevante Ergebnisse finden.

Facebook bringt dafür mit seiner schnell wachsenden Basis aus bereits mehr als 500 Millionen Nutzern ein enormes Netz sozialer Verknüpfungen ein. Fachleute werteten die am Mittwoch angekündigte Partnerschaft als Versuch von Microsoft, den großen Abstand zum führenden Konkurrenten Google zumindest zu verringern. Google arbeitet allerdings auch an der Internet-Suche der Zukunft. Das Konzept ist ehrgeizig: Google will anhand des Wissens über einen Nutzer selbst Informationen anbieten, die ihn interessieren könnten.

   Bei der Suche im Internet gehe es nicht nur um die Verbindung zwischen Daten, sondern auch zwischen Menschen, erklärte Microsoft bei der Ankündigung des gemeinsamen Projekts. So soll die neue Funktion "Liked Results" auch Einträge hervorheben, die Facebook- Kontakte mit dem Vermerk "Gefällt mir" gekennzeichnet haben. Zudem soll es leichter werden, bei Bing seine Freunde und Bekannte zu finden.

"Menschen treffen ihre Entscheidungen immer wieder mit Hilfe von Informationen ihrer Freunde", erklärte Microsoft und nannte als Beispiele persönliche Empfehlungen für einen Film, ein Restaurant oder ein Mobiltelefon. Mit dem neuen Angebot könne ein Nutzer aus den allgemeinen Suchergebnissen solche herausfischen, zu denen sich der eigene Bekanntenkreis bereits geäußert habe. Beide Unternehmen betonten, dass die Privatsphäre der Nutzer respektiert werde und nur dafür freigegebene Informationen für andere sichtbar seien.

Die Internet-Suche stellt bislang einen Anteil von mehr als 50 Prozent im Milliarden-Geschäft der Online-Werbung. Je größer die Zahl der Nutzer, desto mehr Werbeanzeigen zieht eine Suchmaschine an.

Microsoft hat auch nach der Übernahme des Suchmaschinengeschäfts von Yahoo immer noch wenig Gewicht in diesem Markt - nach jüngsten Zahlen der Marktforschungsfirma comScore hatte Bing im September in den USA einen Anteil von 11,2 Prozent, Yahoo erreichte 16,7 Prozent und Google 66,1 Prozent. In Europa ist die Dominanz von Google noch stärker ausgeprägt. Facebook-Vorstandschef Mark Zuckerberg bezeichnete Bing am Mittwoch als "Underdog". Microsoft hatte vor drei Jahren einen Anteil von 1,6 Prozent am Facebook-Kapital erworben.
Google will auch stärker auf das Spielfeld der Online-Netzwerke vorstoßen und hat dabei Facebook im Visier. Der Internet-Konzern wolle seine wichtigsten Dienste mit Netzwerk-Funktionen ergänzen, kündigte Google-Chef Eric Schmidt Mitte September an.
Dabei forderte er Facebook auf, den Zugang zu den Nutzerlisten zu öffnen, damit die Menschen einander auch in der Google-Welt finden könnten. "Kommt es nicht dazu, gibt es auch andere Wege, an diese Informationen heranzukommen", drohte er laut Medienberichten. Googles eigenes Online-Netzwerk Orkut ist nur in einigen Ländern wie Brasilien erfolgreich.

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